Am Anfang war das Wort…. und davor gab es Wasser

Heute ist der vorletzte Tag dieses Test-Trainings für Autoren. Wer will, kann immer noch einsteigen und ein kostenloses Feedback bekommen. Hier gibt es die Spielregeln.


Viele Autoren leben mit der festen Überzeugung, dass mit dem Wort alles beginnt und begann. Ich auch. Deshalb befasse ich mich, wann immer ich kann, mit Wörtern in jeder Variation. Und doch wird mir von Zeit zu Zeit bewusst, dass am Anfang nicht das Wort stand sondern dass Wasser die Basis allen Lebens ist. Ich merke das am stärksten, wenn der Kaffeekonsum auf Sodbrennen-Niveau klettert und die Konzentration nachlässt. Wer viel denkt und vor allem im Sitzen arbeitet, sollte unbedingt auf seinen Wasserhaushalt achten. Das Autorentraining berücksichtigt diese Aspekte. Es ist nämlich KEIN Schreibtraining. Es trainiert nicht nur die fachlichen Kompetenzen sondern auch die handelnde Person. Das bedeutet im besten Fall „ganzheitlich“. Der heutige Text unserer Fünf-Tage-Aktion stammt aus dem zweiten Heft des TextTime Autorentrainings. Heute geht es um das Trinken.

Tag 13

Die ganz disziplinierten Schreiber unter uns sind immer brav, sitzen am aufgeräumten Schreibtisch und haben eine gefüllte Wasserkaraffe und ein Kristallglas rechts neben dem Rechner stehen. Diese ganz disziplinierten Menschen sind sehr seltene Ausnahmen. Thomas Mann war  ein Vertreter dieser Art. Ich glaube, auch John Irving schreibt sehr diszipliniert. Ich persönlich brauche schon ein paar Krücken, damit ich das gesunde Trinken, das Wasser, nicht während der Arbeit vergesse. Dazu gehört für mich ein Wohlgefühl beim Trinken. Ein einfacher Teebeutel inspiriert mich nicht. Und nur Wasser auch nicht. Wasser mit einem Schuss Zitrone, frisch gepresster O-Saft oder Tee, der vom Geschmack und auch von der Verpackung etwas Besonderes ist, können mich schon eher zum Trinken bewegen. Es sollten unbedingt mindestens 2 Liter pro Tag sein, drei Liter sind besser. Die heutige Aufgabe ist zweiteilig. Zuerst gilt es, einen Trinkplan für sich selbst zu entwickeln. Hierfür werden die folgenden Fragen beantwortet:

Was will ich trinken?

Wann will ich es trinken?

Wie kann ich mich daran erinnern?

 

Die Schreibübung dieses Tagesschrittes sieht so aus:

Schreiben Sie auf, welche Story Ihnen zum Titel: „Schwimmende Wörter“ einfällt. Nehmen Sie sich etwa 20 Minuten Zeit dafür und legen Sie die Arbeit dann weg. Sie können Sie später jederzeit wieder vornehmen und vielleicht auch in einem Ihrer Werke verwenden.


Ich habe übrigens Shuyao Tees für mich entdeckt. Naturrein, ergiebig und bis zu fünfmal aufzugießen. Mit einer Tagesportion komme ich also von morgens bis abends zu meinem Trinkgenuss. Ich persönlich ziehe einen geräucherten Tee vor, aber auch die Gewürz-und Kräutertees sind überzeugend gut. Und weil ich von diesen Tees wirklich überzeugt bin, verschenke ich heute eine Tagesportion Shuyao Tee zusätzlich zu jedem Heft 1 des TextTime Autorentraining. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um die Print- oder um die E-Book-Version handelt. Ich freue mich darauf, dass wir dann gemeinsam – wenn auch nur in Gedanken – einen großen Pott Tee genießen können. Diese Aktion gilt bis 7.1.17, 23.59 Uhr.

coverGedruckt, aus Papier, DIN A4, ein echtes Arbeitsheft zum Reinschreiben und Ausfüllen, 9,90 €, portofrei

E-Book, Inhalt identisch mit der Printversion, 2,99 € / Download


 

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S e O schreibt man heute

SEO – Search Engine Optimizing ist das Zauberwort im Internet. Wer es nicht schafft, mit den Suchmaschinen zu kommunizieren, wird vergessen und übersehen. Texte im Internet haben einen mitunter kuriosen Stil, sie erfüllen Bedingungen, die Maschinen stellen, nicht Menschen. Trotzdem ist es wichtig, diese Regeln zu kennen. Ohne die Fähigkeiten, im Netz auf sich aufmerksam zu machen, kann ein Autor heute kaum überleben. SEO gehört heute zur Selbstvermarktung wie früher ein Plakat oder ein schön dekoriertes Schaufenster. Das gilt übrigens für jede Branche, nicht nur für das Schreiben. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie SEO erlernt werden kann. Und wohin es führen würde, wenn die Grundsätze der Online-Kommunikation auch im realen Leben Anwendung fänden. Deshalb habe ich einen Krimi geschrieben. Mit Keyword, H2-Überschriften und Bullets. Dafür musste ich Emotionen und Stilmittel weglassen. Den Protagonisten brauchte ich auch nicht. Und eine Handlung ist für Suchmaschine vollkommen irrelevant.

SeO schreibt man heute

Also, Herr Google (oder bist du Frau Google?) ich habe einen Krimi für dich geschrieben. Ich hoffe, du findest ihn und er macht dir viel Freude. Viel Spaß beim Lesen!

Der Mörder war der Reporter

Wir beginnen mit einer Meta-Description:

Reporter werden ist nicht schwer. Edgar K. hat sich in der Lokalredaktion schnell hoch gearbeitet. Deshalb durfte er die Berichterstattung über die Frauenleichen im Schrebergarten übernehmen. (Die Meta-Description ist zu lang, 140 Zeichen sind optimal.)

Zweiter Versuch:

Reporter werden ist nicht schwer. Ulf K. hat sich in der Redaktion schnell hoch gearbeitet. Die Berichterstattung über die Frauenleichen im Schrebergarten durfte er allein übernehmen. (Mist, 158 Zeichen)

Dritter Versuch:

Klaus-Dieter K. hat sich in der Redaktion schnell hoch gearbeitet. Die Berichterstattung über die Frauenleiche im Schrebergarten durfte er deshalb allein übernehmen.

 

Prima, aus Edgar über Ulf einen Klaus-Dieter gemacht und nur noch eine Leiche, wenn das mal nicht spannend ist. Nach der Meta-Description  brauche ich jetzt etwa 400 Wörter. Der Text braucht mindestens zwei h2 Überschriften und Bullets machen sich immer gut. Also an die Arbeit, das Internet ist kein Ponyhof.

 Weiter im Text, mit einem Teaser, der immer wieder verwendet werden kann:

Manche Menschen lesen gern Krimis. Meistens gibt es einen Täter oder eine Täterin. Ein Kommissar versucht, den Täter zu fassen und wenn das geklappt hat, sind alle froh. Der folgende Kriminalfall ist ganz normal. (Super, das passt immer, oder? Jetzt können wir ins Detail gehen.)

Klaus-Dieter lebte allein und hatte eine Vorliebe für Waffen. Im Dorf lebte er eher als Einzelgänger. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, zog er den Jogger über und setzte sich vor den Fernseher. Zumindest dachten das die anderen von ihm. In Wirklichkeit polierte und bewunderte er seine Waffen Sammlung (bitte nicht zusammen schreiben, sonst findet die Suchmaschine das Keyword nicht) und ging einem dunklen Geheimnis nach.

<h2>Im Dorf war er eher unbekannt</h2>

Die anderen Dorfbewohner suchten keinen Kontakt zu Klaus-Dieter. Dass er Waffen sammelte, wussten Sie nicht einmal. Sie schätzen ihn als Nachbarn, aber niemand interessierte sich wirklich für ihn. Sie kannten ihn schon als kleinen Jungen und wussten, dass er eine sehr schwierige Kindheit hatte, weil seine Mutter sehr streng war. Wahrscheinlich sammelte er deshalb Waffen.

<h2>Ein dunkles Geheimnis um Klaus-Dieter</h2>

Sobald es dunkel wurde, bemühte er sich, so schnell wie möglich in den Schrebergarten zu kommen. Niemand wusste, dass er sie Schlüssel zu einer verlassenen Hütte hatte. Hier genoss er sein Leben aus vollen Zügen, indem er von Zeit zu Zeit eine Prostituierte bestellte und mit ihr über seine Mutter sprach. Wenn die Frau besonders vertrauenswürdig wirkte, zeigte er ihr auch einige seiner Waffen.

Also:

  • Waffen Sammlung
  • Gestörtes Verhältnis zur Mutter
  • Geheime Hütte

<h2>Der Bericht bringt es ans Licht</h2>

Als Klaus-Dieter K. in seinen Zeitungsberichten über die Leiche im Schrebergarten immer wieder die Waffen beschrieb, mit denen die Frau getötet worden war, war der Fall klar. Die Polizei merkte schnell, dass es sich um Insiderwissen handelte, denn niemand hatte Details über die Tat Waffen (s.o.) bekannt gegeben.

<h2>Schnell überführt und abgeführt</h2>

Die Behörden reagierten schnell. Sie durchsuchten die Wohnung von Klaus-Dieter K. und fanden die Tat Waffen. Sie nahmen in fest und stellten Strafantrag wegen Mordes an einer Frau.

Tja, so verändert sich Sprache. Ich bin gespannt auf die Veränderungen, die wir aus der Online-Kommunikation in unser real life importieren werden.

Mehr zum Thema SEO, Online-Kommunikation und die Sprache mit der Maschine gibt es hier.

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Stefanie Glaschke: SeO schreibt man heute…Marketing im Internet und die Folgen für unsere Sprache

ab 15.12. im Handel oder hier vorbestellen für 12,90 €. Infos hier per Mail

 

 

Texter gesucht….

Texter gesucht….

Diese und andere Anzeigen sind inzwischen immer häufiger im Netz zu finden.

Woran liegt das? Die Welt wird digitalisiert, alle Waren können online gekauft werden, die reale Welt verändert sich. Texter gesucht…. zeigt, dass ein selbst Computer mit der feinsten Software die Sprache nicht ersetzen kann.

Computer können Sprache in Daten umwandeln, doch sie können keine Sprache machen.

Sprache ist mehr als nur Wörter und Sätze zu tippen. Sprache muss erreichen und berühren.

Ob ein Produkt gekauft wird oder nicht hängt stark von der Sprache ab.

Aus diesem Grund werden überall Hände ringend Texter gesucht.

Das kann das Selbstbewusstsein der Schreibenden erhöhen. Und es kann den Preis steigen lassen. Inzwischen kann jeder einen Online-Shop eröffnen. Doch nur wenige Online-Händler können ihre Produkte vernünftig und auch noch SEO-tauglich betexten. Da werden schnell mal 1000 Produktbeschreibungen fällig.

Texter gesucht heißt aber nicht Tipse gesucht.

Immer wieder gibt es Angebote mit einem Honorar von 1 Cent pro Wort oder weniger. Da hat jemand einen Shop und der hat die Macht, denn er vergibt die Aufträge. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass der Shop die Einführungsphase gar nicht überleben wird, wenn er keine guten Texte hat. Ein Autor, der für 1 Cent pro Wort texten muss, verhungert. Ein schneller Autor schreibt 5000 Wörter pro Tag. Der Durchschnitt leigt aber eher bei 3000 Wörtern. Nehmen wir die Mitte von 4000 Wörtern. Das ist dann schon eine hauptamtliche Tätigkeit. Bei einem Cent pro Wort verdient dieser Autor 40,00 € pro Tag mit seinen Texten. Zusätzlich hat er einen Zeitaufwand für Recherchearbeiten. Wenn er acht Stunden schreibt und zusätzlich noch eine Stunde recherchiert, kommt er bei neun Arbeitsstunen pro Tag und 21 Arbeitstagen im Monat auf etwa  840,00 € monatlichen Verdienst. Das entspricht einem Stundenlohn von 4,44€ brutto. Prima, etwas mehr als der halbe Mindestlohn. Abzüglich der Sozialversicherungen und Lebenshaltungskosten müsste er nach dem SGB etwa auf einen Verdienst von -300,00 € pro Monat kommen. Da kann er sich im Laufe seines Autorendaseins einen tollen Schuldenberg aufbauen.

Und das für einen der wenigen Berufe, die nicht in nächster Zukunft durch Robotik ersetzt werden können? 4,44 € pro Stunde ist die Arbeit wert, die maßgeblich dazu beiträgt, dass die Globalisierung und der Kontakt zwischen Mensch und Maschine und zwischen Kunde und Händler überhaupt realisiert werden kann? Das ist schamhaft. Hinzu kommen noch Briefings im Befehlston, Zahlungsverzögerungen und etliche weitere Frechheiten. Da schreiben Auftraggeber Mails ohne Anrede, drücken den Preis, wenn sie einen Tippfehler finden und führen sich auf wie Gott in Frankreich? Wir Autoren müssen uns das nicht bieten lassen, es muss schließlich auch nicht jeder Seppl mit einem Online-Shop auf den Markt. Wir Autoren haben es mit in der Hand, ob diejenigen, die nur mal eben schnelles Geld verdienen wollen, das auf unserem Rücken austragen können oder nicht. „Webshop gratis“, „Millionär in 30 Tagen“ usw. Alles ist möglich, aber ohne Sprache geht nichts. Wenn Texte nichts wert sind, brauchen wir unsere Zeit auch nicht mit Schreiben zu verschwenden. Aber zum Glück gibt es Auftrageber, die unsere Arbeit zu schätzen wissen und für die zu arbeiten macht Spaß.

Es geht nämlich auch anders. Seriöse Agenturen und vertrauenswürdige Händler zahlen einen höheren Centpreis. Es gibt auch Anbieter, die vollkommen innovative Vergütungsmodelle für Autoren bieten. Es lohnt sich, nicht jeden Auftrag gleich anzunehmen. Wenn ein Händler merkt, dass er ohne Texte einfach kein Ranking erhält, wird er schon das zahlen, was der Texter wert ist. Da hilft manchmal einfach, die Sache auszusitzen. In der Zwischenzeit kann der Texter Nachhilfe geben, Taxi fahren oder sonstige Nebentätigkeiten machen, da verdient er wenigstens genug.

Texter gesucht? Klar, ganz dringend und deshalb sollte jeder Auftraggeber seine Texter auch gut behandeln. Texter können nämlich was, was kaum noch einer kann.

 

Liebe Texter, wir arbeiten doch nicht für jeden, oder?

 

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