Schreiben im Flow

„Flow“ ist ein Begriff, der inzwischen Einzug in der Alltagssprache zum normalen Sprachgebrauch zählt. Entwickelt hat ihn der ungarische Glücksforscher und Psychologieprofessor  Mihály Csikszentmihalyidas. Das Flow-Erleben gehört in das Fachgebiet der Motivationspsychologie. Um zu verstehen, was ein Flow ist, sollte zuerst eine Definition zugrunde gelegt werden.

„…bes. positives emotionales Erleben bei einer Tätigkeit, das dadurch charakterisiert ist, dass eine Person ganz auf ihr Tun konzentriert ist und darin aufgeht, sich selbst dabei vergisst, das Zeitgefühl weitgehend verloren ist („Die Zeit vergeht wie im Flug”). Dieses emotionale Erleben kann sich dann einstellen, wenn die wahrgenommenen Anforderungen der Tätigkeit den Fähigkeiten entsprechen. Der Anreiz bei einer solchen Handlung liegt nicht in erwarteten Handlungskonsequenzen (extrinsische Motivation), sondern in der Ausführung der Handlung selbst (intrinsische Motivation).“ (Quelle: Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Flow-Erleben, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/78176/flow-erleben-v4.html)

Geschieht demnach das Schreiben im Flow, wenn der Schreibende alles um sich herum vergisst und sich auf nichts als auf sein Schreiben konzentriert? Nicht immer. Denn ein wesentlicher Faktor beim Flow-Erleben ist die Motivation von innen, die sich auf kein äußeres Ziel konzentriert. Im Klartext heißt das für das Schreiben im Flow, dass es keinen Abgabetermin geben darf, keine wirtschaftlichen Interessen und auch keine Zielgruppe.

Flow

Das Flow-Erleben, grafisch dargestellt

Zusätzlich müssen nach Csikszentmihalyidas noch weitere Bedingungen erfüllt sein. Er erkennt ein Flow-Erleben daran, dass hohe Anforderungen auf hohe Fähigkeiten treffen. Wenn die Anforderungen zu niedrig sind, entsteht Langeweile, sind die Anforderungen zu hoch, entsteht Angst. Genau zwischen Angst und Langeweile ist der Flow angesiedelt. Stress oder Motivationslosigkeit sind demnach klare Anzeichen dafür, dass vielleicht eine hohe Motivation oder viel Freude an der Arbeit vorliegen, aber eben kein Flow.

Warum ist der Flow wichtig für das Schreiben? Hat er eine Auswirkung auf unsere Ergebnisse? Das Flow-Erleben hat Auswirkungen auf unser Glücksgefühl. Im Flow ist der Mensch vollkommen verbunden mit seiner Tätigkeit. Schreibende können an dieser Stelle schnell einer Verwechslung unterliegen. Gerade beim Verfassen belletristischer Texte geschieht eine enge Verbindung mit den Figuren, die kreiert wurden. Die Tätigkeit jedoch ist das Schreiben selbst. Das setzen, suchen, finden und gestalten von Worten und Kommunikation. Im Flow wird die Schreibe besser, denn der Flow ist eine Situation der höchsten Konzentration. Das Flow-Erleben setzt voraus, dass der Handelnde gleichsam zu seiner Handlung wird. Die folgenden Sätze können diesen Zusammenhang verdeutlichen. Während es beim hochmotivierten Schreiber heißt: „Ich will schreiben“, oder „Ich identifiziere mich mit meinen Figuren“, fühlt der Schreibende im Flow: „Ich bin Schreiben.“ Das daraus resultierende Empfinden ist schwer mit Worten zu erklären. Es ist allerdings messbar. An der Uni Ulm wurden Untersuchungen durchgeführt, in denen nachgewiesen wurden, dass Personen im Flow eine erhöhte Herztätigkeit haben und Stresshormone ausgeschüttet werden.

Brauchen wir den Flow? Wie können wir Lebensumstände schaffen, die den Flow fördern? Was genau bringt der Flow für unser Schreiben und für unser Leben? Diese Fragen werden in den folgenden Beiträgen im Autorentraining beantwortet. Folgen Sie diesem Blog, bleiben Sie am Ball.

(Copyright 2017 Stefanie Glaschke)

 

Drei Tipps für schnellere Recherche

Recherche ist eine wichtige Voraussetzung für glaubhaftes Schreiben. Das gilt ganz besonders für Sachtexte. Aber auch Romanfiguren, deren Verhalten, Wortschatz oder Lebenskontext schlecht recherchiert sind, bleiben leider nur oberflächlich und können dem Leser keine Emotionen entlocken. Schlecht recherchiert führt zu: „Aus den Augen aus dem Sinn“ und macht aus einem Buch einen Konsumartikel, der schnell wieder in Vergessenheit gerät. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schön es ist, wenn ein Buch, das man vor Jahren oder Jahrzehnten geschrieben hat, lange einen Platz in den Buchhandlungen und den Bibliotheken behält.

Recherche kostet viel Zeit. Die Grundregel „Acht Stunden Input ergeben eine Stunde (guten) Output“ hat bisher noch niemand widerlegen können. Die Lösung liegt also darin, die Zeit für den Input zu verkürzen. Speedreading ist eine Möglichkeit. Dabei reicht es für Autoren vielleicht aus, einige Tipps aus dem Speedreading zu beherzigen.

Die folgenden drei Tipps helfen sicher, die Recherchezeit dadurch zu verkürzen, dass bedeutsame von bedeutungslosen Informationen getrennt werden.

  1. Lesen Sie einen Text lieber zweimal quer als einmal gründlich. Experten haben herausgefunden, dass das Querlesen nicht nur schneller, sondern auch effektiver verläuft, wenn es sich um Sachtexte handelt. Also: Text querlesen – beiseite legen – querlesen.
  2. Schlagen Sie in Sachtexten unbekannte Wörter nicht sofort nach. Notieren Sie sie zuerst auf einem Zettel und klären Sie später, was das Wort bedeutete. So können Sie nebenbei auch noch Ihren Wortschatz sehr effizient erweitern. Denn das Nachschlagen außerhalb der Lesezeit wirkt wie aktives Vokabeln lernen.
  3. Selektieren Sie. Autoren sind im Grunde neugierig. Aber wenn Sie Ihr Recherchethema definieren, dann halten Sie sich an die Definition. Alle Ablenkungen, die vielleicht später noch tolle Verwendung finden können, sollten auch auf später verschoben werden. Die beste Buchidee taugt nichts, wenn ein anderer das Buch vor Ihnen geschrieben hat.

Informieren Sie sich über Möglichkeiten, schneller zu lesen oder Speedreading professionell zu lernen. Es dauert zwar eine Weile, bis sich die erfolge einstellen, aber schließlich bringt Speedreading am Ende Tag für Tag eine Zeitersparnis, die für das Schreiben genutzt werden kann.

Zahlreiche Bücher zum Speedreading gibt es im Handel.

Speedreading – Buchtipps

Personen mit Profil erschaffen

Immer wieder wird diskutiert, ob Schreibtraining sinnvoll ist. Und immer wieder melden sich vehemente Gegner zu Wort. Ohne Argumente und meist auch ohne erkennbaren Grund, aber laut und deutlich. In der vergangenen Woche habe ich den schönen Satz einer Schriftstellerin gelesen, der folgende Aufforderung enthielt: „Und wenn Sie nicht schreiben lernen wollen, dann machen Sie halt ein E-Book draus.“ Das ist sicher hart, aber nicht unwahr. Es trifft auch nicht auf alle E-Books zu. Aber es gibt eben Sprache als Technik, als Kunstfertigkeit und es gibt die Discounter-Artikel. Beides hat seine Liebhaber und seine Berechtigung.

Für die, die vielleicht noch ein bisschen länger an Ihren wirklich originellen Figuren feilen wollen, die ihre Storys nicht Durchhaltechallenge, sondern intrinsische und extrinsische Entwicklungen sind, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sich mit dem Thema zu befassen.

Die heutige Anregung richtet sich an die Frage: Wie bekommen meine Figuren mehr Profil? Ich selbst schlage vor, eins oder zwei der Persönlichkeitsmodelle zu nutzen. Deren Idealfall schildern stets den Durchschnittsmenschen. Zum Beispiel Heinz:

Er ist ein 08/15 Typ. Nach den Big Five sieht sein Charakter wie folgt aus:

Ohne Ecken und Kanten

Ein ganz durchschnittlicher Typ

Verändern wir ihn doch ein wenig, denn unser Heinz ist ein wenig blass. Im realen Leben wäre er vollkommen unsichtbar, angepasst, ohne Profil. Allerdings kann ein solcher Charakter ein sehr guter Gegenspieler sein, wenn eine andere Person auftaucht und betont werden soll.

Stellen wir uns vor: Nach 20 Jahren trifft Renata, seine erste Liebe, auf einen vollkommen veränderten Heinz.

BigFive2

Beachte Geselligkeit versus Verträglichkeit

Jetzt hat Heinz genug Persönlichkeit, um sich zum Protagonisten, zur tragischen Figur und sogar zum Massenmörder zu eignen.

Damit die Figuren nicht blass werden, wie leider sehr oft, ist ein Blick in solche Modelle durchaus eine tolle Möglichkeit. Die Big Five sind der aktuelle Standard, daher habe ich sie als Beispiel gewählt. Aber es gibt noch viele andere, die wieder andere Figuren zu erschaffen helfen können. Schreiber sollten nie vergessen, dass ohne neue Input stets nur der alte Output wiederholt werden kann. Schließlich nehmen wir zum Kochen einer wirklich guten Mahlzeit auch schon mal ein neues Rezept zu Hand. Es muss ja nicht immer Bratkartoffeln mit Spiegelei geben.

Diese Darstellung ist keine Anleitung! Sie ist eine Anregung – regen: sich bewegen

 

TextTime Autorentraining – die ganze andere Art, das Schreiben zu pflegen

schreiben ist nicht immer gemütlich

Schreibtipps aus der Timeline

Heute hab ich mich mal in aller Ruhe mit meiner Twitter-Timeline befasst. Wer twittert eigentlich was? Und welche Tweets fand ich besonders toll, welche Tweets konnten mir Impulse liefern? Gerade zum Thema Schreiben konnte ich interessante Inhalte finden. Die besten Tweets zum Thema fasse ich hier mal zusammen und biete damit einen unvollständigen Wochenrückblick unter dem Titel: Lieblings-Schreibertweets vom 11. bis 18. Juni 2017

Schreibmeer weist auf den folgenden entscheidenden Aspekt für den Aufbau des Antagonisten hin: “Der Antagonist ist immer der Böse – Regeln für Gegenspieler, gegen die man verstoßen kann und sollte“ (13. Juni 2017)

Sven Hensel geht am 11. Juni der Frage nach, warum Leser ein Buch zur Seite legen und nicht weiterlesen wollen.

Sehr beeindruckend fand ich eine Tweet von Annika Bühnemann, die am 14. Juni die 30 Schreibtipps von Stephen King getwittert hat. „30 von Stephen King, zusammengetragen vom wunderbaren Walter Epp“

Es war einiges los in meiner Timeline. Ich musste allerdings leider feststellen, dass viele Autorenaccounts schon seit Monaten oder Jahren nicht mehr genutzt werden. Woran kann das liegen? Sehen Autoren in Twitter keinen Sinn? Fehlt ihnen die Zeit? Warum twittern Autoren? Wer hat früher getwittert und es dann gelassen? Meine persönlichen Gründe für meinen Twitteraccount sind:

  1. Ich habe das Gefühl, mit Kollen zusammen zu sitzen.
  2. Ich erhalte immer wieder Impulse für meine Arbeit.
  3. Ich kann durch das Monitoring sehen, welche Interessen andere Menschen mit mir teilen.
  4. Twittern ist wie Zeitung lesen, nur schneller – allerdings dauert es meist länger 😉
  5. Hin und wieder freue ich mich über Alltagstipps, die mein Leben erleichtern und bereichern.

Ich freue mich darauf, noch mehr Gründe lesen zu dürfen.

 

 

Eine authentische Schreibe wagen

SchreibutensilienSchreiben Sie sich nicht aus Ihrer Realität heraus. Erschreiben Sie sich lieber eine neue Realität! Schreiben hat immer eine Motivation. Die oberflächlichen Motivationen sind extrinsisch, das bedeutet, sie orientieren sich an der Umwelt. „Ich schreibe, um anderen etwas mitzuteilen“, oder „Ich schreibe, weil ich die Welt verändern will“ sind extrinsische Motivationen.

Dagegen stehen die intrinsischen Motivationen. Diese kommen aus dem eigenen Inneren und sind uns manchmal gar nicht bewusst. Hin und wieder fallen intrinsische Motivationen dadurch auf, dass das Werk sehr starke biografische Züge enthält.

Das kann bei Kritikern leicht zu einer Abwertung führen. Doch dafür gibt es keinen Grund. Warum sollte die Darstellung autobiografischer Aspekte ein Manko sein? John Irving zum Beispiel, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, wird dieser Kritikpunkt oft zur Last gelegt. Und doch lese ich seine schwarzhumorigen Geschichten ausgesprochen gern. Es spielt dabei keine Rolle, ob er über sich oder eine fiktive Figur schreibt.

Intrinsische Motivation ist wichtig, damit ein Autor nicht nur eine Geschichte erzählt sondern auch authentisch wirkt. Die Gefühle, die er mit bestimmten Orten verbindet, die Ängste, die er erlebt hat und die Leidenschaften, an denen er gescheitert ist, muss er kennen, bevor er sie schildert. Ob er seine Innenwelt mit fremden Namen und fiktiven Charakteren verbindet, spielt dabei kaum eine Rolle. Die Indianer sagen: „Urteile nicht über einen Menschen, in dessen Schuhen du nicht gegangen bist“. Das gilt auch für das Schreiben. Wer traut sich zu, das Leben eines Menschen zu beschreiben, das er gar nciht gelebt hat? Protagonisten bleiben flach, wenn wir nicht in ihren Schuhen gegangen sind. Unsere Vorstellungswelten allein genügen nicht, denn sie sind von Klischees, Voruteilen und alten Prägungen abhängig. Erfahrungen machen Menschen nicht mit der Ratio sondern live und über die eigenen Sinneswahrnehmungen. Authentisch und begeisternd kann nur schreiben, wer weiß, wie sich seine Schilderungen anfühlen. Ein Motto für Führungskräfte lautet:

Nur der kann andere entflammen, der selbst brennt. Wer nicht brennt, kann das Feuer beschreiben. Er beschreibt das, was jeder andere auch könnte. Damit geht die Einzigartigkeit verloren. Deshalb lohnt es sich, die eigenen Gefühle aufzuspüren. Vielleicht die Wut über die Kinderarmut oder den Schmerz nach der letzten Trennung. Aus Gefühlen lassen sich Storys machen, die nicht gelesen sondern gelebt werden. Wer seine Vorstellungen beschreibt, arbeitet wie die Menschen in Platos Höhlengleichnis. Dort sehen die Menschen ihre eigenen Schatten und halten sie für die Realität. Vor-stellung ist rational begründet. Die Vor-stellung steht vor der Realität und versperrt im schlimmsten Fall sogar den Blick. Vor-stellung schreiben ist wie Urlaubsdias zeigen. Es ist Leben aus zweiter Hand.

Dabei entsteht noch ein weiterer Vorteil: Wer seine eigenen Gefühle verarbeitet, entwickelt sie und damit sich selbst. Es lohnt sich, sich selbst einmal zum Protagonisten zu machen. Unter Umständen hilft ein Selbstversuch sogar, eine Prämisse für den nächsten Roman zu finden. Eine kleine Übung kann helfen, sich diesem Thema zu nähern. Gehen Sie einmal tief in ein Gefühl zurück, dessen Wirkung Ihnen noch gegenwärtig ist. Beschreiben Sie das Gefühl, ausführlich und mit allen Wahrnehmungen. Schreiben Sie es auf. Intensiv. Lassen Sie sich Zeit und stellen Sie sich vor, Sie würden dieses Gefühl aus einem Fass schöpfen, so lange, bis kein Tropfen mehr im Fass ist. Das ist unter Umständen auch mit Wiederholungen und mit Wörtersuche verbunden. Wenn Sie diese Beschreibung nur eines einzigen Gefühls in nur einer Situation vor sich sehen, könnte Ihnen eine großartige Idee für die Entwicklung einer Figur kommen, die echt ist und authentisch wirkt. Wenn das der Fall ist, liegt eine intrinsische Motivation vor und Sie schreiben für sich. Sie brennen für Ihre Figur und können Ihre Leser entflammen.

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Ich freue mich, wenn Sie diesem Blog folgen oder Kontakt zu mir aufnehmen – oder beides 😉

 

Vom Selfpublisher zum Verlagsautor Teil 3 – Kurzvita

Zu den Unterlagen, die der Verlag braucht, gehört neben dem Exposé und dem Anschreiben auch eine Kurzvita. Sie ist mit dem Lebenslauf zu vergleichen, der auch klassischen Bewerbungen beigefügt wird. Allerdings dürfen hier die Angaben fehlen, die nicht im Zusammenhang mit dem Schreiben stehen. Die Kurzvita muss nicht unbedingt lückenlos sein. Wichtig ist, dass erkennbar wird, wie der Weg zum Autor vollzogen wurde. Dabei sind Zensuren und Abschlüsse weniger von Bedeutung als die Erfahrungen, die gemacht wurden. Der Leser sollte sehen, dass Sie Ihr Buch nicht geschrieben haben, weil Ihnen nichts Besseres eingefallen ist. Vielmehr sollte die Persönlichkeit erkennbar sein, die zum Schreiben geführt hat. Wenn der Autor aufzeigen kann, dass er etwas von dem versteht, worüber er schreibt, ist das von Vorteil. Ein simples Bespiel: Wer einen Jugendroman einreicht und selbst Kinder hat, sollte seine Kinder und auch seine Familienzeiten in der Kurzvita erwähnen. Das ist eine freiwillige Angabe, die in diesem Fall sinnvoll ist. Wer dagegen einen Thriller an den Verlag schickt, darf die familiären Bezüge weglassen. Autoren müssen in ihrem Lebenslauf nicht „glatt“ wirken. Interessante Biografien sind eher förderlich für eine Chance in der Bücherwelt.

Obwohl die Kurzvita dem klassischen Lebenslauf sehr ähnlich ist, sollten Sie doch darauf achten, das Dikument für den Verlag individuell zu gestalten. Das unten stehende Schema ist eine Richtlinie, an der Sie Ihre Kurzvita entwickeln können.

Kurzvita

Vollständiger Name

Geburtsort, Geburtsdatum

Beruflicher Werdegang

Ich empfehle hier, anders als in modernen amerikanischen Form, den chronologischen Aufbau von der Vergangenheit in die Gegenwart. So lässt sich eine Entwicklung besser erkennen.

Bibliografie

Angabe Ihrer bisherigen Veröffentlichungen falls vorhanden, bitte korrekt angeben:

Titel, Verlag, Erscheinungsjahr

Schule/ Ausbildung/ Studium

Sonstige Kenntnisse

Erfahrungen, Ehrenämter, Qualifikationen

Ort, Datum, Unterschrift

 

 

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Das Exposé: Die Visitenkarte für Ihr Buch – Vom Selfpublisher zum Verlagsautor Teil 2

Wer einen Verlag für sein Manuskript sucht, kommt um eine klassische Bewerbung nicht herum. Diese Bewerbung besteht aus mindestens drei Teilen.

  1. Anschreiben
  2. Exposé
  3. Vita

Das Exposé darf mehrseitig sein. Ein Deckblatt mit dem Arbeitstiel macht sich als erste Seite des Exposés immer gut.

Die folgenden Daten eröffnen das Exposé. Sie sollten tabellarisch dargestellt sein.

  • Autor inklusive Anschrift und Kontaktdaten
  • Arbeitstitel
  • Genre
  • Geplanter Umfang
  • Geplante Fertigstellung

Jetzt hat der Redakteur bereits einen allerersten, kleinen Überblick. Unter Umständen erkennt er, dass für das genannte Genre noch Titel im Verlagsprogramm fehlen oder das dieses Segment schon vollkommen überlaufen ist. Hier entscheidet sich, wie offen der Verlag für Ihr Angebot ist.

  • Idee: Hier ist ein Fließtext erforderlich. Etwa 70 bis 100 Wörter sollten ausreichen, um die tolle Buchidee packend zu schildern. Bitte keine Inhaltsbeschreibung!
  • Vorläufige Inhaltsangabe
  • Zielgruppenanalyse: Wieder im Fließtext, wer sind die Leser, was macht die Zielgruppe aus, wie groß ist die Zielgruppe, wie wird die Zielgruppe angesprochen?
  • Wettbewerbsanalyse: Fließtext mit Konkurrenztiteln, Beschreibung der Einzigartigkeit Ihres Titels und aktuellem Bezug.
  • Vermarktungsstrategie: Wieder Fließtext, Verkaufsargumente, Marketing-Instrumente (Lesungen, Events, Multiplikatoren etc.)

An das Exposé schließt sich eine Leseprobe von etwa 10 bis 20 Seiten an. Sie können im Internet oder per Telefon recherchieren, wie der betreffende Verlag es gern haben möchte.

Während Sie das Exposé erstellen, werden Sie selbst merken, ob Ihr Buch wettbewerbsfähig ist. Die Überlegungen zur Zielgruppe und zum Wettbewerb sind für Autoren sehr wichtig, weil sie dabei helfen, das Selbstbild und das Weltbild zu reflektieren.

Nutzen Sie für das Exposé die gleiche Schrift wie für das Anschreiben. Verzichten Sie auf Bilder und Fotos, das ist nicht die Aufgabe eines Verlagsautors. Eine Ausnahme können Sie machen, wenn Sie ein Buch mit eigenen Illustrationen anbieten möchten. Schreiben Sie das ins Exposé unter dem Stichwort „geplanter Umfang“.

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