Personen mit Profil erschaffen

Immer wieder wird diskutiert, ob Schreibtraining sinnvoll ist. Und immer wieder melden sich vehemente Gegner zu Wort. Ohne Argumente und meist auch ohne erkennbaren Grund, aber laut und deutlich. In der vergangenen Woche habe ich den schönen Satz einer Schriftstellerin gelesen, der folgende Aufforderung enthielt: „Und wenn Sie nicht schreiben lernen wollen, dann machen Sie halt ein E-Book draus.“ Das ist sicher hart, aber nicht unwahr. Es trifft auch nicht auf alle E-Books zu. Aber es gibt eben Sprache als Technik, als Kunstfertigkeit und es gibt die Discounter-Artikel. Beides hat seine Liebhaber und seine Berechtigung.

Für die, die vielleicht noch ein bisschen länger an Ihren wirklich originellen Figuren feilen wollen, die ihre Storys nicht Durchhaltechallenge, sondern intrinsische und extrinsische Entwicklungen sind, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sich mit dem Thema zu befassen.

Die heutige Anregung richtet sich an die Frage: Wie bekommen meine Figuren mehr Profil? Ich selbst schlage vor, eins oder zwei der Persönlichkeitsmodelle zu nutzen. Deren Idealfall schildern stets den Durchschnittsmenschen. Zum Beispiel Heinz:

Er ist ein 08/15 Typ. Nach den Big Five sieht sein Charakter wie folgt aus:

Ohne Ecken und Kanten

Ein ganz durchschnittlicher Typ

Verändern wir ihn doch ein wenig, denn unser Heinz ist ein wenig blass. Im realen Leben wäre er vollkommen unsichtbar, angepasst, ohne Profil. Allerdings kann ein solcher Charakter ein sehr guter Gegenspieler sein, wenn eine andere Person auftaucht und betont werden soll.

Stellen wir uns vor: Nach 20 Jahren trifft Renata, seine erste Liebe, auf einen vollkommen veränderten Heinz.

BigFive2

Beachte Geselligkeit versus Verträglichkeit

Jetzt hat Heinz genug Persönlichkeit, um sich zum Protagonisten, zur tragischen Figur und sogar zum Massenmörder zu eignen.

Damit die Figuren nicht blass werden, wie leider sehr oft, ist ein Blick in solche Modelle durchaus eine tolle Möglichkeit. Die Big Five sind der aktuelle Standard, daher habe ich sie als Beispiel gewählt. Aber es gibt noch viele andere, die wieder andere Figuren zu erschaffen helfen können. Schreiber sollten nie vergessen, dass ohne neue Input stets nur der alte Output wiederholt werden kann. Schließlich nehmen wir zum Kochen einer wirklich guten Mahlzeit auch schon mal ein neues Rezept zu Hand. Es muss ja nicht immer Bratkartoffeln mit Spiegelei geben.

Diese Darstellung ist keine Anleitung! Sie ist eine Anregung – regen: sich bewegen

 

TextTime Autorentraining – die ganze andere Art, das Schreiben zu pflegen

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schreiben ist nicht immer gemütlich

Schreibtipps aus der Timeline

Heute hab ich mich mal in aller Ruhe mit meiner Twitter-Timeline befasst. Wer twittert eigentlich was? Und welche Tweets fand ich besonders toll, welche Tweets konnten mir Impulse liefern? Gerade zum Thema Schreiben konnte ich interessante Inhalte finden. Die besten Tweets zum Thema fasse ich hier mal zusammen und biete damit einen unvollständigen Wochenrückblick unter dem Titel: Lieblings-Schreibertweets vom 11. bis 18. Juni 2017

Schreibmeer weist auf den folgenden entscheidenden Aspekt für den Aufbau des Antagonisten hin: “Der Antagonist ist immer der Böse – Regeln für Gegenspieler, gegen die man verstoßen kann und sollte“ (13. Juni 2017)

Sven Hensel geht am 11. Juni der Frage nach, warum Leser ein Buch zur Seite legen und nicht weiterlesen wollen.

Sehr beeindruckend fand ich eine Tweet von Annika Bühnemann, die am 14. Juni die 30 Schreibtipps von Stephen King getwittert hat. „30 von Stephen King, zusammengetragen vom wunderbaren Walter Epp“

Es war einiges los in meiner Timeline. Ich musste allerdings leider feststellen, dass viele Autorenaccounts schon seit Monaten oder Jahren nicht mehr genutzt werden. Woran kann das liegen? Sehen Autoren in Twitter keinen Sinn? Fehlt ihnen die Zeit? Warum twittern Autoren? Wer hat früher getwittert und es dann gelassen? Meine persönlichen Gründe für meinen Twitteraccount sind:

  1. Ich habe das Gefühl, mit Kollen zusammen zu sitzen.
  2. Ich erhalte immer wieder Impulse für meine Arbeit.
  3. Ich kann durch das Monitoring sehen, welche Interessen andere Menschen mit mir teilen.
  4. Twittern ist wie Zeitung lesen, nur schneller – allerdings dauert es meist länger 😉
  5. Hin und wieder freue ich mich über Alltagstipps, die mein Leben erleichtern und bereichern.

Ich freue mich darauf, noch mehr Gründe lesen zu dürfen.

 

 

#Autorinnenzeit

Das Autorentraining empfiehlt den Beitrag über Hedwig Dohm im Rahmen der #Autorinnenzeit – Hedwig Dohm kann ein Vorbild und eine Hoffnung für schreibende Frauen sein!

Weibsbilder

Der Mai ist der Monat der Autorinnen. Sven Hensel hatte die tolle Idee, sich den Autorinnen stärker zuzuwenden und zwar einen ganzen Monat lang. Weibsbilder macht natürlich auch mit. Ich möchte den Auftakt auf diesem Blog mit Hedwig Dohm machen. Hedwig Dohm war die Großmutter von Katia Mann. Sie hat nicht nur geschrieben, sie war auch eine der ersten Frauen, die darauf hinwiesen, dass unterschiedliches Verhalten bei Männern und Frauen keine biologischen sondern vor allem soziale Ursachen hat. Hedwig Dohm ist eine meiner liebsten Frauen aus unserer Autorinnengeschichte. Seit ich ihr im Rahmen einer Recherche zum ersten Mal begegnet bin, frage ich mich, wie eine so starke und Frauen bewusste Großmutter eine Enkeltochter haben konnte, die ihr Licht dermaßen unter den Scheffel des Ehemannes stellte, wie Katia Mann es scheinbar tat.

Hedwig musste bereits mit 15 Jahren die Schule verlassen. Ihr Wissen eignete sie sich überwiegend autodidaktisch an. Sie behielt…

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Schreiber sind sensible Seelen

Dieser Artikel entsteht spontan, weil ich über eine tolle Frau, Tina Gallinaro, auf ein Thema gestoßen wurde, das auch Autorinnen und Autoren angeht. Tina schreibt über die Raffgier und den Neid in den sozialen Medien. Recht hat sie. Der Artikel kann hier nachgelesen werden. Und mir kam beim Lesen Ihres Artikels eine Idee. Ich denke, gerade Schreiber haben eine sachliche und positive Kritik verdient, die der Kritiker sich wirklich durch den Kopf gehen ließ. Wer 200 Stunden an einem Buch arbeitet, darf aus gutem Grund beleidigt sein, wenn eine negative Kritik in drei Sekunden das Werk in den Kakao schubst. Das schlimmste Symbol für die Verballhornung von Kritik (aus dem griechischen, „Entscheidung“) ist der „gefällt mir“-Daumen. Als Autorin wüsste ich gern, warum etwas gefällt oder nicht gefällt. Schließlich lernt der Verfasser sonst nichts. Und Schreiber lernen von Lesern – und umgekehrt. Sonst haben wir keinen Austausch, sondern ausschließlich Geldfluss. Dieser Daumen ist nur ein Blöken, egal ob er geklickt wird oder nicht. Und er gewöhnt uns daran, nicht mehr „warum“ zu fragen. Statt dessen fragen wir „wie viele“. Eindimensional und oberflächlich wird Kritik dadurch und egozentrisch.

„Warum hast du das geliked?“

„Weiß ich nicht, gefällt mir eben.“

„Hast du das Buch denn gelesen?“

„Nein, aber das Bild ist schön. Hat auch schon ganz viele Likes.“

Kritik auf dem Niveau des Groschenromans oder schlimmer. Daher meine Idee: Liken wir doch einfach Bücher und die Werke von Schreibern nicht sondern nehmen wir uns die zeit, mindestens mit 10 Wörtern auf sie zu reagieren. Schreiben wir für Schreibende, sie sollten es uns wert sein. Ich bin gespannt ob mir mein #Daumenstreik in den nächsten Tagen irgendwo begegnet. Ich würde mich freuen, wenn wir gleiches mit gleichem vergelten, allerdings positiv: Wörter für die, die Wörter schenken.

Gratisdownload für Twitter-Follower, wie versprochen ab heute, 22.00 Uhr

Nachtrag um 22.00 Uhr:

Hier ist der Link für den Gratis-Download bis Montag, 27.03.2017, 20.00 Uhr

 

so, was man verspricht, das sollte man auch halten….

…und da „man“ erstens eine unbekannte, oft auch nur eine illusorische Größe ist, und das Wörtchen auf schlechten Stil und Kommunikationsschwäche hinweist, formuliere ich noch mal neu.

Zu Beginn der Woche habe ich auf meinem Twitteraccount versprochen, ein E-Book

(TextTime Autorentraining Heft 2)

Cover Heft2

E-Book: 2,99 €; Printversion 9,90 €

zu verschenken, wenn die Liste meiner Follower auf 2000 ansteigt und sich bis heute auf über 2000 hält.

Es hat geklappt!!! Vielen Dank auf diesem Weg an meine neuen und an meine treuen Follower.

Nun sind es gerade 2022 Follower. Wer mag, darf sich gern einreihen und meine Timeline mit seinen Impulsen bereichern und erweitern. Einfach folgen, ich finde Euch dann schon und freue mich schon jetzt auf Eure Tweets. Twitteraccount

Nun geht es also wie folgt weiter:

Ab heute, Sonntag, 26.3.2017, 22.00 Uhr werde ich den Link zum kostenlosen Download twittern. Ich gebe genau so viele Downloads frei, wie ich dann Follower habe. Das ist fair, oder? Morgen abend um 20.00 Uhr ist dann alles vorbei, ein Tag sollte ausreichen, um dem Link zu folgen und sich das E-Book TextTime Autorentraining Heft 2 kostenlos zu sichern.

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Die Schokolinsen-Methode – spielend schreiben

Es kommt vor, dass ich mich zu Beginn meiner täglichen Schreibarbeit selbst überlisten muss. Die handwerklichen Tätigkeiten, die darin liegen, eine Figur wirklich detailgetreu und glaubhaft auszuarbeiten sind nicht unbedingt meine liebste Beschäftigung. Und doch gibt es Texte, in denen das wirklich große Bedeutung hat. Ich arbeite normalerweise mit verschiedenen kreativen Techniken, doch heute habe ich keinen Zugang gefunden.

Da fiel mein Blick auf die große Rolle Schokolinsen, die mir mein Sohn gestern geschenkt hat. Ich gebe zu, ich liebe sie. Bunt, süß, fröhlich – alles Gründe für eine Schwäche.

Ich hab sie gleich getestet, die Schokolinsen-Methode.

Meine Figur war noch viel zu blass. Viel zu wenig Leben steckte bisher in der Hauptperson meines kurzen Krimis. Aber das änderte sich dank der süßen runden Schokolinsen schnell.

Ich beschreibe die Methode mal:

Jede Farbe steht für einen Aspekt. Orange für Aussehen. Gelb für Vergangenheit. Rot für Beziehungsbiografie. Grün für Hobbys und Interessen. Lila für Beruf und Blau für gegenwärtige Lebenssituation. Pink steht für Freunde und Umfeld. Ich brauche einen Bogen Papier mit Feldern in den betreffenden Farben. Auf jedes Feld kommen nun die Schokolinsen der passenden Farbe. Für jede Linse, die ich runternehmen will, muss ich ein Stichwort aufschreiben. Eine tolle Methode, um Informationen zu sammeln, die rein aus der Assoziation und der Intuition entstehen. Meine Protagonistin ist nicht mehr blass und anstrengend war es auch nicht. Zum Nachmachen und Testen empfohlen, allerdings ohne Gewähr, denn jeder Schreiber findet seinen eigenen Zugang zu seinen Helden!

Allerdings funktioniert diese Methode in jedem Fall zur Überwindung von Schreibblockaden.

Schokolinsen-Methode

Da wir viele Schokolinsen brauchen, empfehle ich diese hier.

Diese und weitere kreative Methoden zur Überlistung der eigenen Enge finden sich im Autorentraining Heft 2. Cover Heft2

Das Vintage-Training aus echtem Papier, DIN A4, 40 Seiten

Das Autorentraining von TextTime wurde entwickelt, um kreative Wortkünstler und andere Spracharbeiter ganzheitlich zu trainieren. Es bearbeitet neben dem Training der Sprache und Schreibe die folgenden Bereiche:

  • Selbstwertgefühl
  • Selbstvertrauen
  • Kreativität
  • Umgang mit Niederlagen
  • Ernährung für den Geist
  • Körperliche Fitness
  • Entspannung

Die Methode ist einfach. Um Ihre Flexibilität zu wahren können Sie jede der 12 Lektionen als Arbeitshefte entweder in Printversion oder als E-Book erwerben. Es gibt für jeden Tag eine Anregung, die maximal 30 Minuten in Anspruch nimmt. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie am Ende einer Lektion den Feedback-Service in Anspruch nehmen wollen oder nicht. Sie sind zu nichts verpflichtet und an kein Abo gebunden.

Heft 2 liegt für jede Bestellung im März 2017 eine Rolle Schokolinsen bei. 🙂

Hier bei Paypal bestellen für 9,90 €, portofrei und mit Käuferschutz selbstverständlich


Heft 1 für alle, die es noch nicht haben, gibt es natürlich auch noch:

coverGedruckt, aus Papier, DIN A4, ein echtes Arbeitsheft

 

 

Das imaginäre Vermächtnis

Einladung zu einem Anthologieprojekt….

Weibsbilder

Anthologieprojekt von Frauen für Frauen

„Das imaginäre Vermächtnis“ ist der Titel einer Anthologie über schreibende Frauen. Autorin Stefanie Glaschke hat das Projekt ins Leben gerufen und definiert es wie folgt: „Wir schreibenden Frauen haben so viele schreibende Frauen vor uns, die nicht vergessen werden sollten. Was haben Autorinnen und Schriftstellerinnen durchlebt, die in schwierigen Zeiten geschrieben haben? Ein Versuch, die Werke fortzusetzen ist reizvoll. Gelingt es uns modernen Frauen, uns einzufühlen in unsere Schwestern aus anderen Zeiten und anderen Kulturen? Und entsteht dabei eine Anthologie, die einen einzigen gemeinsamen Nenner zeigt, nämlich das „Frau-Sein“? Den Frauen, die nicht mehr schreiben können, soll auf diese Art eine Stimme gegeben werden. Was würde Paula Fox heute schreiben? Wie würde sich Charlotte Perkins Gilman zu den Gender-Diskussionen äußern? Wer versteht das Selbstverständnis der Eva Figes? Frauen haben eine Tradition. Wir sollten den Stab unserer Vorfahrinnen aufnehmen und weitertragen. „Das imaginäre Vermächtnis“ ist…

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