Drei Wohlfühltipps für Autoren

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Autoren haben einen Traumberuf. Sie können gedanklich in verschiedene Welten abtauchen und ihren Horizont bei der Arbeit erweitern wie kaum ein anderer. Autoren sind theoretisch ungebunden und frei. Praktisch sieht die Arbeit oft anders aus. Autoren müssen sich vermarkten, ihre Texte anbieten und Honorarverhandlungen führen. Und manchmal fehlen die Auftraggeber. Viele Autoren kennen das Gefühl, dass der Kopf auf Hochtouren arbeitet und die Kasse trotzdem leer bleibt.  Der Mythos vom Schreiben ist leider selten in der realen Welt anzutreffen. Der Tag eines Schreibenden ist nicht nur mit spannenden Kontakten und Erlebnissen in Café ausgefüllt. Auch die regelmäßigen Partys mit Vertretern aus Kunst und Kultur gehören eher nicht zum normalen Arbeitsalltag eines Menschen, der mit Schreiben sein Geld verdient. Vielmehr befasst sich der Autor mit ganz gewöhnlichen Fragen wie dem Geld für die Miete und der Steuererklärung. Einer Schätzung nach verbringt der moderne Autor etwa fünf Stunden am Tag mit administrativen und bürokratischen Aufgaben und nur drei Stunden mit dem reinen Schreiben, wenn er die Regelarbeitszeit von 40 Stunden zur Verfügung hat. Nüchtern betrachtet ist Autor ein Beruf wie jeder andere. Es braucht gute handwerkliche Kenntnisse, Sachverstand für das behandelte Thema und eine große Portion Disziplin. Autor ist ein Traumberuf wie jeder andere Beruf auch. Damit aber das Dasein nicht zum Albtraum wird, sollte auch der Autor darauf achten, nicht überlastet, ausgebrannt oder frustriert zu werden.

In meiner langen Zeit als Coach habe ich immer wieder darauf geachtet, das Menschen nicht nur Zeitmanagement und Struktur beachteten sondern auch ihren eigenen Bezug zu sich, zum bloßen Leben, gestärkt haben. Ein Mensch ist nur dann erfolgreich, wenn er ganzheitlich und authentisch wirken und werken kann. Auch Autoren brauchen diese Ganzheitlichkeit. Nur authentische Autoren erreichen ihre Leser und werden ausreichend Wertschätzung erfahren. Die Basis dafür ist das eigene Wohlgefühl des Autors. Auch Autoren haben die Grundbedürfnisse Verbundenheit und Wachstum.

Gute Autoren ermöglichen durch ihre Texte, dass die Leser Bedürfnisse erfüllen können.  Kluge Autoren achten darauf, dass diese beiden Bedürfnisse auch sich selbst gegenüber erfüllt werden.

Drei Wohlfühltipps sollten im Arbeitsleben des Autors einen festen Platz einnehmen. Hierbei spielt keine Rolle, wie voll das Auftragsbuch ist und wann oder ob die nächste Deadline droht.

  1. Geben Sie sich das Gefühl von Verbundenheit.

Machen Sie regelmäßig einen Termin mit sich selbst. Mindestens zwei, besser drei Termine in der Woche tragen Sie für Verbundenheit mit sich selbst in Ihren Kalender ein. Für den Anfang reicht eine Stunde. Diese Zeiten sind so wichtig wie ein Termin beim Zahnarzt oder beim Steuerberater. Hier gehören Sie sich selbst, treten in einen aufmerksamen Kontakt mit sich. Bereiten Sie sich, nur für sich, ein gesundes Essen zu. Gehen Sie in die Sauna. Legen Sie sich mit einem guten Buch in die Badewanne. Diese Zeit ist Ihrer Entspannung und Gesundheit vorbehalten. Nehmen Sie ganz bewusst wahr, dass Sie etwas für sich tun und freuen Sie sich daran, dass Sie gut zu sich sind. Nehmen Sie diesen Hinweis nicht auf die leichte Schulter. Selbstverständlich haben Autoren immer wieder zeitliche Freiräume, die sie genussvoll verbringen können. Aber die Botschaft: „Mein Wohlgefühl ist eine feste Größe in meinem Wochenablauf.“ Klingt ganz anders als: „Wenn ich Zeit habe, denke ich auch mal an mich selbst.“

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2. Gönnen Sie sich Wachstum.

Mindestens acht Stunden im Monat sollten Sie lernen dürfen. Besuchen Sie einen Schreibkurs oder lesen Sie ein gutes Fachbuch zum Thema Schreiben. Geben Sie sich die Chance, Wachstum zu erleben.  Wer sich als Autor ernst nimmt, weiß stets, dass er nichts weiß. Dieser kleine Aspekt des regelmäßigen Lernens stärkt auch Ihr Selbstbewusstsein bei Honorarverhandlungen.

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3. Schaffen Sie sich ein Belohnungssystem.

Wie andere Menschen auch haben Autoren Wünsche. Und doch kann es gerade bei Vertretern der schreibenden Zunft vorkommen, dass Sie ihre Wünsche immer ans Ende der Überlegungen stellen. Wer nicht Bestsellerautor ist oder einen gut verdienenden Partner hat, kann sich kaum im Luxus wähnen. Legen Sie fest, dass zehn Prozent Ihrer Einkünfte dazu verwendet werden, Ihre persönlichen Wünsche zu erfüllen. Es dürfen ganz simple, materielle Wünsche sein. Auch Autoren leben nicht von Luft und Liebe. Halten Sie sich konsequent an diese Regel, ganz gleich, wie viel oder wenig Sie mit dem Schreiben verdienen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Wünsche und stellen Sie eine Kasse bereit. Sie werden merken, dass Sie mehr Zeit zum Schreiben finden, wenn es Teil Ihres Belohnungssystems geworden ist.

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Wie man sich setzt, so schreibt man

Es mag vordergründig gar nichts mit dem Schreiben zu tun haben, doch auch der Schreibplatz spielt eine bedeutende Rolle. Wer hauptberuflich an einem Schreibtisch sitzt, der sollte sehr großen Wert auf sein Sitzmöbel legen. Haltungsschäden, die durch Computerarbeitsplätze entstehen, machen unter den chronischen Erkrankungen einen großen Anteil aus. Wer den Arbeitsplatz häufiger wechselt und nicht immer auf dem gleichen Stuhl sitzt, hat Vorteile. Doch die meisten Berufsautoren richten sich früher oder später einen festen Arbeitsplatz ein. Hier gilt, auf die Gesundheit der Wirbelsäule zu achten. Außerdem sollten Autoren in den Pausen den Arbeitsplatz verlassen und vielleicht ein paar Entspannungsübungen machen.

Auch die Augen werden in Mitleidenschaft gezogen, so modern der Bildschirm auch sein mag. Augentraining in den Schreibpausen kann Wunder wirken. Dabei sind die gesunden Pausen nicht etwa ein Zeitverlust, ganz im Gegenteil.

Eine unbequeme Haltung führt zu Verspannungen, Kopfschmerzen und fehlender Konzentration. Die Zeit, die mit ein bisschen Gesundheitspflege verbracht wird, holt jeder Autor schnell wieder rein, wenn er danach frisch und munter ans Werk geht.

Mancher schreibt vielleicht auf einem ergonomisch geformten Bürostuhl. Doch die sind teuer und oft auch nicht gerade ansprechend in ihrer Optik. Es gibt aber auch Alternativen, die erschwinglicher sind und trotzdem für eine gesunde Sitzhaltung sorgen.

Mein Favorit ist der Kniestuhl/ Kniehocker von Idimex. Er ist nicht unbedingt für den ganzen Tag geeignet, aber er passt bequem unter den Schreibtisch und kann immer mal wieder hervorgeholt werden. Die Sitzanordnung sorgt dafür, dass der Rücken aufrecht ist. Das entspannt die Rückenmuskulatur. Da der Kniehocker höhenverstellbar ist, passt er für fast alle Körpergrößen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich ihn auf Reisen mitnehmen kann. So kann ich auch im Ferienhaus oder Hotelzimmer vernünftig arbeiten. Der geringe Preis ist optimal! Wer ein bisschen mehr ausgeben will, findet natürlich auch noch hübschere und extravagantere Modelle.

                                      Cinius Hocker, Gummibaumholz, etwa 145,00 €

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Kniehocker Idimex, 38,95 €- versandkostenfrei Kniehocker in Schwarz, schlichtes aber praktisches und preiswertes Modell

Mahora in rot, etwa 165,00 €

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Dynamisch und irgendwie chic sieht dieser aus, der Hocker Mahora ist in vielen Farben erhältlich.

Wer noch keinen Bürostuhl hat und sich gerade nach einem geeigneten Modell umschaut, der sollte mal einen Blick auf diesen „Samtsessel“ werfen. Ein tolles Teil für Autoren mit Anspruch und dabei für unter 80 Euro.

Nützliche Tipps für die Entspannung der Augen sind hier zusammengestellt. Und ein paar Lockerungsübungen, für die niemand gleich die Yogamatte rausholen muss, gibt es hier. Wer sich näher mit dem Thema befassen will, findet in diversen Ratgebern tolle Infos und viele Ideen zum Nachmachen.

 

Wie Deadlines ihren Schrecken verlieren

Zeit zum Schreiben

Manchmal ist es eine Medaille mit zwei Seiten. Die Schreibideen stapeln sich, Aufträge hat man auch. Das Autorenleben wäre ein Traum, wenn da nicht die Termine für die Abgabe wären. Wird man es schaffen, pünktlich fertig zu werden? Die Anzahl der Zeichen will einfach nicht steigen. Die Angst, seinen kreativen Fluss zu verlieren, kann sich breit machen. Das ist für Autoren, die mit ihrer Arbeit Geld verdienen müssen, sicher immer wieder eine Schattenseite dieses Traumberufs. Aber die Deadlines müssen uns nicht schocken. Es gibt Möglichkeiten, sich mit ihnen zu arrangieren.

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  1. Wir akzeptieren sie. Wir sollten uns nicht mehr dazu verleiten lassen, gegen die Abgabefristen anzukämpfen. Kampf und Abwehr binden Kräfte, die wir in unsere Texte stecken können.
  2. Wir machen uns klar, wie gut unsere Arbeit ist, wenn andere nicht darauf warten wollen. Unsere Auftraggeber setzen uns Fristen, weil sie unsere, genau unsere Schreibe unbedingt brauchen und wollen. Sie können das…

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Vom Selfpublisher zum Verlagsautor Teil 3 – Kurzvita

Zu den Unterlagen, die der Verlag braucht, gehört neben dem Exposé und dem Anschreiben auch eine Kurzvita. Sie ist mit dem Lebenslauf zu vergleichen, der auch klassischen Bewerbungen beigefügt wird. Allerdings dürfen hier die Angaben fehlen, die nicht im Zusammenhang mit dem Schreiben stehen. Die Kurzvita muss nicht unbedingt lückenlos sein. Wichtig ist, dass erkennbar wird, wie der Weg zum Autor vollzogen wurde. Dabei sind Zensuren und Abschlüsse weniger von Bedeutung als die Erfahrungen, die gemacht wurden. Der Leser sollte sehen, dass Sie Ihr Buch nicht geschrieben haben, weil Ihnen nichts Besseres eingefallen ist. Vielmehr sollte die Persönlichkeit erkennbar sein, die zum Schreiben geführt hat. Wenn der Autor aufzeigen kann, dass er etwas von dem versteht, worüber er schreibt, ist das von Vorteil. Ein simples Bespiel: Wer einen Jugendroman einreicht und selbst Kinder hat, sollte seine Kinder und auch seine Familienzeiten in der Kurzvita erwähnen. Das ist eine freiwillige Angabe, die in diesem Fall sinnvoll ist. Wer dagegen einen Thriller an den Verlag schickt, darf die familiären Bezüge weglassen. Autoren müssen in ihrem Lebenslauf nicht „glatt“ wirken. Interessante Biografien sind eher förderlich für eine Chance in der Bücherwelt.

Obwohl die Kurzvita dem klassischen Lebenslauf sehr ähnlich ist, sollten Sie doch darauf achten, das Dikument für den Verlag individuell zu gestalten. Das unten stehende Schema ist eine Richtlinie, an der Sie Ihre Kurzvita entwickeln können.

Kurzvita

Vollständiger Name

Geburtsort, Geburtsdatum

Beruflicher Werdegang

Ich empfehle hier, anders als in modernen amerikanischen Form, den chronologischen Aufbau von der Vergangenheit in die Gegenwart. So lässt sich eine Entwicklung besser erkennen.

Bibliografie

Angabe Ihrer bisherigen Veröffentlichungen falls vorhanden, bitte korrekt angeben:

Titel, Verlag, Erscheinungsjahr

Schule/ Ausbildung/ Studium

Sonstige Kenntnisse

Erfahrungen, Ehrenämter, Qualifikationen

Ort, Datum, Unterschrift

 

 

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Folgen Sie diesem Blog. Im nächsten Beitrag lesen Sie wichtige Hinweise zur Leseprobe.

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Das Exposé: Die Visitenkarte für Ihr Buch – Vom Selfpublisher zum Verlagsautor Teil 2

Wer einen Verlag für sein Manuskript sucht, kommt um eine klassische Bewerbung nicht herum. Diese Bewerbung besteht aus mindestens drei Teilen.

  1. Anschreiben
  2. Exposé
  3. Vita

Das Exposé darf mehrseitig sein. Ein Deckblatt mit dem Arbeitstiel macht sich als erste Seite des Exposés immer gut.

Die folgenden Daten eröffnen das Exposé. Sie sollten tabellarisch dargestellt sein.

  • Autor inklusive Anschrift und Kontaktdaten
  • Arbeitstitel
  • Genre
  • Geplanter Umfang
  • Geplante Fertigstellung

Jetzt hat der Redakteur bereits einen allerersten, kleinen Überblick. Unter Umständen erkennt er, dass für das genannte Genre noch Titel im Verlagsprogramm fehlen oder das dieses Segment schon vollkommen überlaufen ist. Hier entscheidet sich, wie offen der Verlag für Ihr Angebot ist.

  • Idee: Hier ist ein Fließtext erforderlich. Etwa 70 bis 100 Wörter sollten ausreichen, um die tolle Buchidee packend zu schildern. Bitte keine Inhaltsbeschreibung!
  • Vorläufige Inhaltsangabe
  • Zielgruppenanalyse: Wieder im Fließtext, wer sind die Leser, was macht die Zielgruppe aus, wie groß ist die Zielgruppe, wie wird die Zielgruppe angesprochen?
  • Wettbewerbsanalyse: Fließtext mit Konkurrenztiteln, Beschreibung der Einzigartigkeit Ihres Titels und aktuellem Bezug.
  • Vermarktungsstrategie: Wieder Fließtext, Verkaufsargumente, Marketing-Instrumente (Lesungen, Events, Multiplikatoren etc.)

An das Exposé schließt sich eine Leseprobe von etwa 10 bis 20 Seiten an. Sie können im Internet oder per Telefon recherchieren, wie der betreffende Verlag es gern haben möchte.

Während Sie das Exposé erstellen, werden Sie selbst merken, ob Ihr Buch wettbewerbsfähig ist. Die Überlegungen zur Zielgruppe und zum Wettbewerb sind für Autoren sehr wichtig, weil sie dabei helfen, das Selbstbild und das Weltbild zu reflektieren.

Nutzen Sie für das Exposé die gleiche Schrift wie für das Anschreiben. Verzichten Sie auf Bilder und Fotos, das ist nicht die Aufgabe eines Verlagsautors. Eine Ausnahme können Sie machen, wenn Sie ein Buch mit eigenen Illustrationen anbieten möchten. Schreiben Sie das ins Exposé unter dem Stichwort „geplanter Umfang“.

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Folgen Sie diesem Blog. Der nächste Beitrag wird sich mit der Kurzvita befassen.

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Vom Selfpublisher zum Verlagsautor – Teil 1

In der Gegenwart ist das Selfpublishing wohl die meist gewählte Art, sein Buch zu veröffentlichen. Im Gegensatz zum Autor, der sich einem Verlag anschließt, ist der Selfpublisher autonom in der Preisgestaltung und im Marketing. Diese Autonomie bedeutet aber auch, alles selbst zu erledigen.

Das eigene Buch in einem renommierten Verlag erscheinen zu lassen, bringt ebenfalls Vorteile. Das Wer fährt quasi unter einer anderen Flagge mit. Ruf und Profil des Verlages können sich positiv auf die Verkaufszahlen auswirken. Zurücklehnen kann sich der Autor mit Verlagsvertrag aber nicht. Auch Verlage erwarten Einsatz für Marketing und Verkauf. Schließlich wollen alle gemeinsam am Buch verdienen.

Dieser Artikel bezieht sich nur auf Verlage, die keinen finanziellen Einsatz vom Autor fordern. Das sind die Verlage, die das wirtschaftliche Risiko zu tragen bereit sind. Sie zahlen ein Honorar und zusätzlich Tantiemen an den Autor, weil er ihnen sein Werk überlässt. Manche Neulinge müssen auch damit leben, dass sie nur Tantiemen erhalten.

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Verlag zu finden, muss sich, wie überall in der Arbeitswelt an bestimmte formale Bedingungen halten.

Es geht darum, sich mit seinem Buch zu bewerben. Eine Bewerbung enthält in der Regel ein Anschreiben, ein Exposé und unter bestimmten Bedingungen entweder eine Leseprobe oder bereits das fertige Manuskript. Manchmal ist es auch ratsam, einen Kurzlebenslauf beizufügen.

In diesem ersten Teil geht es um das Anschreiben.

Hier gilt auch in der kreativen Branche: Die Form muss stimmen. Auch die Buchwelt gehört zur Wirtschaft. Daher empfehlen die meisten Fachleute ein Anschreiben ähnlich wie ein Bewerbungsanschreiben. Dieses Anschreiben zu erstellen bringt einen großen Vorteil für den Schreiber. Während der Arbeit am Anschreiben werden viele Fragen zum Buch gestellt, die vorher gar nicht auftraten.

Anschreiben Aufbau:

  • Briefkopf und Datum
  • Betreffzeile ohne das Wort Betreff, fett gedruckt
  • Persönliche Anrede (Nicht „Sehr geehrte Damen und Herren“)

Ein Autor sollte schon wissen, wen er ansprechen will. Die Information bekommt man notfalls per Telefon in der Zentrale des Verlags.

Im Textteil, der eine Seite nicht überschreiten soll, sollte der Leser erfahren, warum Sie genau diesen Verlag ausgewählt haben. Beschreiben Sie, wie Ihr Buch in das Verlagsprogramm passt. Gehen Sie auch auf andere Titel im Programm ein.

Das Rundschreiben nach dem Motto „Egal welcher Verlag, Hauptsache mein Buch wird angenommen“ ist keine Option.

Bevor Sie das Anschreiben verfassen, beantworten Sie für sich selbst die folgenden Fragen:

  • Warum passt mein Buch in dieses Programm?
  • Welche ähnlichen Titel konnte der Verlag erfolgreich präsentieren?
  • Wie passt mein persönliches Engagement zum Verlag?
  • Welche Zielgruppe spreche ich an?

Liefern Sie Argumente.

Das Anschreiben sollte übrigens in Schriftgröße 12 mit einem Zeilenabstand von 1,5 verfasst sein. Das lässt sich besser lesen. Nutzen Sie eine Schrift mit Serifen. Bleiben Sie kritisch sich selbst gegenüber. Immerhin werden laut Aussage von Verlagsmitarbeitern fast 80 Prozent der Autoren abgelehnt, weil schon das erste Anschreiben nicht korrekt ist. Es ist schade, wenn ein wirklich gutes Manuskript niicht zum Leser kommt, weil der Autor die Formalien missachtet hat.

Zur Vorbereitung lohnt sich, auch Infos zum klassischen Bewerbungstraining zu lesen, die Anschreibeformen unterscheiden sich kaum.

Folgen Sie diesem Blog, um nichts zu verpassen. Im nächsten Teil geht es um das Exposé.

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Drei gute Gründe, um Briefe zu schreiben

Briefe zu schreiben ist eine antiquierte Tätigkeit geworden. Unter Briefen verstehen manche jungen Menschen heute nur noch Rechnungen, Behördenpost oder Anträge, die gestellt werden müssen. Herr Google weiß auf den ersten beiden Seiten nur Vorlagen für Geschäftsbriefe und Formulare anzubieten, wenn „Briefe schreiben“ gesucht wird. Dabei war das Schreiben von Briefen früher ein bedeutsames Kommunikationsmittel. Ist der Brief ersetzbar? Was hat den Brief früher ausgemacht? Ein wichtiges Element des Briefs war früher sicher schon das Material. Meist waren es ein Füller und ein extra ausgewähltes Briefpapier. Damit wurde der Empfänger ebenso wert geschätzt wie das Medium Brief selbst.

Ich kenne noch die Bilder von Briefschreibern in Parks und öffentlichen Bibliothken. Stirnrunzelnd, wohl überlegend und immer in dem Bemühen, nichts durchstreichen zu müssen. Es gab keine Reset-Taste. Und es gab auch, schon wegen der Laufzeit der Post, keine Chance schnell noch einen blinzelnden Smilie hinterherzuschicken, wie es bei WhatsApp möglich ist. „Bitte nimm nicht so ernst, was ich dir mitteile.“

Der Empfänger und auch der Schreiber selbst hatten Zeit, nachzudenken. Zwischen dem Erhalt eines Briefes und der Beantwortung lagen oft mindestens Tage. Diese Wartezeit auf den Brief ist zu vergleichen mit der Pause in einem guten Musikstück. Und die Pause hat ihren Sinn im Freiraum, den sie bietet. Dieser Raum wird gefüllt mit eigenen Gedanken. Die Verarbeitung des Gelesenen braucht Zeit. Genau das bietet der Brief. Und das ist nicht zu ersetzen durch eine sms, die verspätet beantwortet wird. Die modernen Medien sind prima geeignet, um schnell etwas zu klären. Doch das Medium Brief ist hervorragend geeignet, um Prozesse so lange reifen zu lassen, wie sie brauchen. Wir haben durch Messengersysteme eine wirklich tolle Bereicherung unserer Kommunikation erfahren. Das Medium Brief muss dabei aber nicht abgeschafft werden. Ich plädiere dafür, regelmäßig einen Brief zu schreiben. Drei Gründe sprechen dafür:

  • Durch die relativ lange Wartezeit auf eine Antwort trainieren wir, auf Beziehungen zu vertrauen. „Er“ hat uns nicht gleich vergessen, weil nicht sofort eine Reaktion auf das Smartphone kommt.
  • Wir machen uns unsere eigenen Wörter und Ausdrucksweisen bewusster, wenn wir keine Löschfunktion nutzen können. Manch ein Wort wird gar nicht erst geschrieben, wenn wir wissen, dass es auch gelesen wird.
  • Wer Briefe schreibt, erlebt Entschleunigung. Und er taucht tief in einen Prozess ein. Ein Brief ist wie ein Blick in den Spiegel. Unsere eigenen Unklarheiten lassen sich durch einen Brief oft viel besser reflektieren als durch eine E-Mail.

Ein letzter Grund betrifft in erster Linie die Schreibenden unter uns. Wir verändern unseren Sprachcode je nach Medium. Eine sms muss anders klingen als eine verbale Unterhaltung, eine E-Mail folgt speziellen sprachlichen Regeln. Auch der Brief ist speziell. Unser Wortschatz und unser Sprachstil werden durch Briefe erweitert.

Ein Brief ist ein Geschenk. Das fängt beim Papier an und reicht bis zum Inhalt. Wie schön wäre es, wenn neben Rechnungen und Behördenschreiben auch noch Briefumschläge im Briefkasten lägen, die jemand mit der Hand beschriftet hat?

In diesem Sinne empfehle ich den folgenden Schatz aus der Bücherkiste:

„Schreiben Sie mir oder ich sterbe“ Liebesbriefe berühmter Frauen und Männer

Von großen Gefühlen in großen Worten: Die schönsten Liebesgeschichten berühmter Frauen und Männer. – »Seien Sie mein Schutzengel, meine Muse und meine Madonna«, schreibt Charles Baudelaire an eine Frau, mit der ihn eine unerfüllte Liebe verbindet. In ihren Briefen werden Berühmtheiten zu Menschen. Dort finden Sehnsucht, Treue, Verwirrung und Verzweiflung ihren unmittelbaren Ausdruck, oft entstehen literarische Meisterwerke daraus. Dieser aufwändig ausgestattete Band erzählt die Geschichten der Liebenden in Wort und Bild und versammelt Briefe u.a. von Johann Wolfgang von Goethe, Marlene Dietrich, Edith Piaf, Oscar Wilde und Virginia Woolf.

Oder diese hervorragende Sammlung von „Briefen die die Welt bedeuten“ – Letters of Note

Letters of Note ist eine Sammlung von 125 der unterhaltsamsten, inspirierendsten und ungewöhnlichsten Briefe der Weltgeschichte. Das Buch basiert auf der sensationell populären Website gleichen Namens – einer Art Online-Museum des Schriftverkehrs, das bereits von über 70 Millionen Menschen besucht wurde.
Von Virginia Woolfs herzzerreißendem Abschiedsbrief an ihren Mann bis zum höchsteigenen Eierkuchen-Rezept von Queen Elizabeth II. an US-Präsident Eisenhower, vom ersten aktenkundigen Gebrauch des Ausdrucks »OMG« in einem Brief an Winston Churchill bis zu Gandhis Friedensersuch an Adolf Hitler und von Iggy Pops wundervollem Brief an einen jungen weiblichen Fan in Not bis hin zum außergewöhnlichen Bewerbungsschreiben von Leonardo da Vinci zelebriert und dokumentiert Letters of Note die Faszination der geschriebenen Korrespondenz mit all dem Humor, der Ernsthaftigkeit, der Traurigkeit und Verrücktheit, die unser Leben ausmachen.

Schreiben Sie mir – vielleicht werden wir Brieffreunde! Wenn Sie diesem Blog folgen, lesen Sie als nächstes Thema alles über den „Briefroman“.