Leseort auf Usedom

Eine meiner Reisen führte mich im Juli auf das Wasserschloss Mellenthin. Obwohl ich selbst in Sachen Schreiben unterwegs war, fiel mir die tolle Lesestimmung auf.

Das Wasserschloss beherbergt seine Gäste in urgemütlichen Zimmern und bietet nicht nur Gastronomie, sondern auch eine Kaffeerösterei und eine eigene Brauerei.

Die Anlage liegt mitten auf der Insel Usedom, für Strandurlauber ist sie also weniger geeignet. Wer mehr erleben will, ist jedoch richtig aufgehoben.

Der Wellnessbereich lädt bei schlechtem Wetter zum Entspannen ein, die vorhanden Saunen sind toll gestaltet. Es stehen Kosmetik- und Wellnessangebote zur Verfügung. 03_DSC_0216Darüber hinaus gibt es im Innenhof ein sehr umfangreiches Programm mit kleinen und größeren Veranstaltungen. Mir persönlich ist das Wasserschloss eine Empfehlung wert, weil ich Ruhe und zeit zum Schreiben und Lesen gefunden habe. Ungestörtheit schein ein Motto zu sein, obwohl einiges im Angebot ist. DSC_0212

Lieblingsplätze gibt es hier überall. Wer Glück hat, kann sogar die Störche in ihrem Nest gegenüber beobachten. Und was zeichnet diesen Leseort aus? Die Mischung aus Inspiration und Ruhe ist besonders gelungen. Hier wird das Landleben durch beschauliche und unaufdringliche Angebote aufgewertet. Gelesen habe ich übrigens Headhunter von Jo Nesbo Dieser Thriller sticht wegen seiner humorvollen Szenen inmitten von Gänsehaut aus der Gruppe der gewöhnlichen Spannungsliteratur deutlich hervor. Der Autor spielt mit dem Leser, indem er ihn hin und wieder auf die falsche Fährte lockt oder Unfassbarkeiten einstreut. Ich habe mich häufig bei der Frage ertappt: „Das meint er doch jetzt nicht wirklich, oder?“Auf die Idee, sich in einem Plumpsklo zu verstecken oder einen Sender ins Haargel zu geben, muss man erstmal kommen – tolle Ideen, Herr Nesbo. Ein tolles Buch für jeden, der sich selbst an das Genre Thriller wagen möchte und ein Vorbild sucht. Und selbstverständlich eine tolle Wochenendlektüre, vorzugsweise am Leseort Mellenthin. Für Schreiber empfiehlt sich zum Thema Thriller übrigens  Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt von James N. Frey. Frey bietet anschauliches Grundwissen über das Schreiben in verschiedenen Genres.

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Leseort im Schwarzwald – Lahr

Kann ich in Lahr einen Ort finden, an dem das Lesen ein besonderes Vergnügen bereitet? Und warum wurde die gute alte Stadtbibliothek in „Mediathek“ umgetauft? Werden hier die Bücher vielleicht durch elektronische Datenträger ersetzt? Diese Fragen habe ich mir auf meiner Reise zu bekannten und unbekannten Leseorten gestellt. In Lahr gelandet war ich zuerst sehr enttäuscht von der Lage und der äußeren Wirkung des Hotels. Aber sowohl der Service als auch die Innenausstattung ließen mich schnell merken, dass es sich hier um ein liebevoll geführtes Haus handelte, an dem ich mich mit meinen Büchern wohl fühlen würde. Allein die „Genuss Arena“ des Hotels und auch der Innenhof hielten bereits zahlreiche Leseecken bereit.

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Eine „Leseecke“ im Hotel

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Innenhof des Hotels 

Lesen wollte ich zum wiederholten Mal „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood. Und es sah gut aus. Gemütlichkeit jedenfalls und Ruhe fand ich im Hotel ausreichend. Den Roman habe ich auch verfilmt mehrere Male gesehen. Ich finde schade, dass der Roman als Roman einer Generation gilt. Letztlich ist es ein hochaktuelles und brisantes Buch, das zum Glück wieder in die Medien gerät. Der Film wurde übrigens von Volker Schlöndorff gedreht und ist überaus sehenswert. Fay Dunaway spielt die Hauptrolle. Der Film hat den Titel: Die Geschichte der Dienerin.

Die Geschichte der Dienerin, DVD

Am zweiten Tag sollte es zur Bibliothek der kleinen Stadt im Schwarzwald gehen. Schnell gefunden war sie dann, mitten in der Stadt, dort, wohin Bücher und Bildung gehören. Die Bibliothek hat einen tollen Eindruck auf mich gemacht, denn hier wird mitgedacht. Neben dem PC-Arbeitsplatz und dem Lesesaal, der etwas gemütlicher sein könnte, gibt es den Service, Lesebrillen und E-Reader zum Ausleihen. Einrichtung und Gestaltung waren eher karg und auch wenig modisch, rein funktional kommt die Mediathek in Lahr daher. Das wird aber spielend kompensiert von den freundlichen Mitarbeitern und dem sorgfältigen Angebot, dass Lesenden sehr entgegen kommt.

Nach einem Tag voller Lese-Erfahrungen geht es morgen weiter, wieder auf der Suche nach Orten, an denen gelesen werden kann und sollte.

Aus diesem Tag nehme ich die Frage mit, wie wichtig die Umgebung wohl für das Lesen sein mag? Brauchen wir es gemütlich? Was ist mit dem Märchen vom armen Studenten, der in seinem kalten Zimmer mit Handschuhen und Jacke sitzt und sein letztes Geld für ein Buch ausgegeben hat? Gibt es vielleicht einen Unterschied zwischen Lesen früher und heute? Ich möchte wissen, ob die Umgebung für den Leser wichtig ist. Deshalb diese kleine Umfrage hier. Unter allen Teilnehmern werden 3 Buchpakete und 3 Buch-Gutscheine von Amazon verlost. Diese Umfrage mit Gewinnchancen endet am 31.10.2017, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.

 

Leseort Aschaffenburg

In der modernen, vollständig kommerzialisierten Buchwelt geht es ja leider um vieles, selten aber um das Lesen allein. Da werden Merchandising und Marketing groß geschrieben, Autoren werden bunt und bekannt wie Pop-Stars, Bücher liegen auf dem gleichen Reagl wie der Nippes aus dem letzten Urlaub. Das ist gut so, das Buch als eine Selbstverständlichkeit ist ein großes Ziel. Aber ist es erreichbar?

Bücher haben es nicht leicht in einer Welt voller Daten, die keine physische Existenz mehr brauchen. Gerade das Buch ist eine Datensammlung, die durch ihre Schwere und ihre materielle Gestalt auf sich aufmerksam macht. Sie haben einen Reiz, die Bücher. Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit damit angefangen, Bibliotheken, Buchhandlungen und Leseorte zu besuchen. Sind unsere Bibliotheken dazu geeignet, Lust am Lesen zu wecken? Meine Entdeckertour beginnt mit der Stadtbibliothek Aschaffenburg. Mein Eindruck: Toller Service und sehr viel Freundlichkeit. Dabei ist die Stimmung nicht gespenstisch leise, es wird nicht gewispert und auch Kinder sind gern gesehen. Ich habe zwei Stunden dort verbracht und konnte viele Diskussionen über Bücher hören. Die Bibliothek Aschaffenburg macht Lust auf Lesen, ganz eindeutig. Aber mir als Schreiberin macht sie auch Lust auf das Schreiben. Die offene Gestaltung des Gebäudes und die Bereitschaft der Mitarbeiter, mit den Gästen zu sprechen, erinnerte mich an einen Ort der Begegnung.

Das helle, freundliche Ambiente lässt Bücher zu unserer Welt gehören. Hier macht Lesen sehr viel Freude und es lohnt sich, einen Ausflug in die Bibliothek zu unternehmen.

Besonders toll ist übrigens die Kinderabteilung mit viel Fläche und einem schönen IMG_20171011_162151Angebot für kleine, größere und große Kinder. Hier in der Bibliothek Aschaffenburg kann Leseförderung aktiv gestaltet werden und es braucht dafür nur Zeit und Achtsamkeit. IMG_20171011_162205Beeindruckend übrigens auch die Sonderabteilung für Senioren, die Freude an Literatur haben. Aktuelle Themen wie der Preis für Magret Atwoods oder die Buchmesse finden Beachtung und beiten wichtige Informationen aus der Welt der Literatur für Buchinteressierte. IMG_20171011_162715.jpg

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Für das eigene Schreiben ist der Besuch eines Leseortes von großer Bedeutung. Regelmäßig auf Tour zu gehen, ohne Absicht die Welt erleben und dabei wichtige Eindrücke zu sammeln, die sich früher oder später verwerten lassen, regt die Fantasie an und gehört zu den schönsten Seiten dieses Berufs. Leseorte sind wichtig für alle, die schreiben. Denn die Leseorte sind die Orte, an denen unsere Leser sich wohl fühlen und sich für unsere Texte entscheiden. Wie diese Orte aussehen, spielt eine wichtige Rolle. Sind sie gemütlich und liebevoll gestaltet, kommt das Büchern sicher zugute. Jeder Autor sollte von Zeit zu Zeit nachsehen, wo seine Leser sich gern aufhalten. Leseorte bringen viele Impulse für das Schreiben. Mein Tag an einem unbekannten Leseort begann mit einem Frühstück in einem Bistro, dass mich durch Atmöspäre und Service sowie das Angebot beeindruckt hat. Das „Karacho„, ein Start-Up aus Aschaffenburg, überzeugte nicht nur die Gäste vor Ort, sondern inzwischen auch eine große Drogeriekette von seiner Qualität und der pfiffigen Idee. IMG_20171011_150319.jpgHier gab es zum Tagesbeginn ein Avocado-Sandwich mit ausgezeichnetem Kaffee. IMG_20171011_143853.jpg

Die Wände sind mit einer flächendeckenden Comic-Collage gestaltet und die Deckenbeleuchtung ist auf jeden Fall einen zweiten Blick wert. Bei dieser Gestaltung mit Rohren und Licht fiel mir direkt ein Titel für einen Schreibwettbewerb ein: Lichtlinien. Wer dazu etwas schreiben möchte, darf sich herzlich eingeladen fühlen, genaue Infos folgen in den nächsten Tagen auf diesem Blog. IMG_20171011_143205.jpg

Nach ein par Stunden am PC in der Bibliothek (ein kostenloser Service übrigens), ging es zum Mittagsessen in einem beschaulichen Restaurant, dass qualitativ hochwertige Speisen für sehr angenehme Preise im Angebot hat. Das „LEBENSWERT“, IMG_20171011_150426.jpgdirekt gegenüber der Bibliothek Aschaffenburg, ist in jedem Fall eine Empfehlung wert. Am Nachmittag ging es wieder in die Bibliothek. Der Rechner war noch frei und ich durfte auch wieder kostenfrei daran arbeiten. Neben mir saß ein Mann, 80 Jahre alt etwa und sehr redselig. Er erzählte von seiner Kindheit, von seiner Frau und der Angst davor, im Alter auf fremde Menschen angewiesen zu sein. Fast eine Stunde haben wir uns unterhalten. Diese Begegnung hätte an meinem Schreibtisch nicht stattfinden können. Und ich schreibe viel lieber über reale Impulse von realen Menschen als nur über erdachte Themen und Figuren. Ein gelungener Tag an einem gelungenen Leseort. Vielen Dank an die freundlichen Menschen in Aschaffenburg!

Folgen Sie diesem Blog um mehr über Leseorte zu erfahren und die Infos zum Wettbewerb „Lichtlinien“ rechtzeitig zu erhalten. Oder schreiben Sie mir über Ihre „Leseorte“ und Schreiberfahrungen.

Wochenendgeschenk: Autorentraining – 12 Monate lang jeweils ein Trainingsheft mit 30 Übungsschritten.

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Leseorte für das eigene Lesezimmer:

Kalender 2018, Lesende Frauen
– unser Bestseller in der Kunst-Edition
– meisterhafte Bilder von starken und klugen Frauen
– Malerei von der Renaisssance bis zur Moderne
– Gemälde, die Frauen versunken in Brief, Buch oder Zeitung darstellen
Ein tolles Geschenk für befreundete Leseratten und für sich selbst