Was du dem Leser über deinen Helden unbedingt verraten solltest

Der Held oder die Heldin in einem Roman ist eine Figur, mit der der Leser sich identifiziert. Er fühlt den Herzschmerz, den Grusel oder die Hoffnungen und Enttäuschungen dieser Person mit. Je besser er deine Schöpfung kennt, umso näher kommt er ihr? Nicht ganz.

Wenn dein Held zu exakt beschrieben ist, hast du ihm vielleicht Eigenschaften gegeben, die als Sympathiebremse dienen. Außerdem möchte der Leser seine eigenen Bilder in der Story entfalten. Er braucht Raum für Fantasie, denn das macht die Freude an deinem Buch aus.

Es gibt viele verschiedene Auffassung darüber, wie ein Held zu beschreiben ist. Dabei ist das Beschreiben eher ein Zeichnen, wenn es gelungen ist.

Die Software Papyrus Autor beispielsweise bietet in der Figurendatenbank eine Maske, die eine ausführliche Darstellung der Figur erlaubt. Neben Äußerlichkeiten wird hier nach der Psychologie gefragt. Hobbys, Besonderheiten und Personen oder Gegenstände, die eng mit der Figur verknüpft sind, können eingetragen werden. Damit geht diese Autorensoftware den gleichen Weg wie viele Ratgeber.

Eine sympathische Figur ist mehr als ein eindimensionales Foto. Haarfarbe und Statur können wie das Outfit oder Hobbys Anhaltspunkte sein. Sie passen, sind sie gut gewählt, zum Charakter. So macht es wenig Sinn, eine schüchterne Heldin mit Panikstörungen in Übergröße zu entwerfen. Das passt nur, wenn ein Widerspruch zwischen Innen und Außen Thema deiner Geschichte ist.

Was zählt, ist das, was zur Motivation und zum Ziel des Helden passt. Er oder sie möchte einen Marathon laufen? Dann gibst du der Figur einen entsprechenden Körper und Ehrgeiz, Durchhaltekraft und Selbstvertrauen. Eine andere Möglichkeit, deiner Geschichte mehr Spannung zu verleihen, ist, genau die benötigten Eigenschaften fehlen zu lassen. Wie wäre es, wenn der Held vor dem Training erst eine Diät braucht, es ihm aber an Durchsetzungskraft fehlt? Mangelnde Selbstdisziplin ist eine durchaus liebenswerte Macke. Ein Beispiel dafür ist Fitz, der Psychologe mit Alkohol- und Spielsucht, der raucht wie ein Schlot.

Was dein Leser erkennen muss, ist das Ziel des Helden. Außerdem braucht er einen Einblick in seine Motivation. Wenn er sich verwirrt fragt „Warum macht er das denn jetzt?“, ist die Spannung weg. Die Lust am Buch meistens auch.

Entwickle deine Figur auf einem weißen Blatt und notiere zuerst ihr Ziel, ihre Motivation und ihren inneren Konflikt oder ihre Wandlung. Nimm dir dafür mindestens einen Tag Zeit. Danach kommen die äußerlichen Merkmal oft von selbst und deine Figur wird authentisch.
Ausnahme: Du schreibst weniger über eine Handlung oder einen Prozess als vielmehr über eine Person. Das ist möglich. John Irving wählt diesen Weg in seinem Roman „Owen Meany“. Ein besonderes Kennzeichen, hier die Stimme, lässt den Helden lebendig werden.

Wenn du dir ein eigenes Bild von deiner Hauptfigur machen willst, um sie besser zu verstehen, probier doch mal die Schokolinsen-Methode aus. Die macht Spaß, erspart dir aber nicht, Motivation und Ziel zu definieren.

Weitere Literatur zur Frage nach den Charakteren in Romanen habe ich hier zusammengestellt.

 Klare Charaktere: Wie man Figuren für einen Roman entwickelt

 So erschaffen Sie unsterbliche Figuren: Das Insider-Know how – Wie Bestseller-Autoren ihre Helden kreieren

 HEUTE SCHON GESCHRIEBEN? – Band 2: Figuren entwickeln: Mit Profitipps zum Bucherfolg

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