Von den Besten lernen

Autoren brauchen Sprache. Und wer lernen will, wird sich Vorbilder suchen. Dabei geht es nicht um das Kopieren der anderen sondern darum, Impulse zu erhalten, die dann gemeinsam mit den persönlichen Erfahrungen eine neue, individuelle Mischung ergeben. Ich bin überzeugt, dass Kreativität immer dann erfolgreich wird, wenn neue Kombinationen entstehen. In zehn Tagen wird der Literaturnobelpreis übergeben. Zeit, sich mal mit den Preisträgern aus der Vergangenheit zu befassen. Ich habe Frauen gewählt, ganz einfach, weil ich eine Auswahl treffen musste und denke, Frauen werden viel zu selten erwähnt. Vielleicht ergibt sich in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren die Gelegenheit, eine der Autorinnen zu lesen. Die eigene Schreibe wird es danken!

Der Literaturnobelpreis zählt zu den fünf Nobelpreisen, die denen zugeteilt werden, die den größten Nutzen für die Menschheit geleistet haben. Die Nobel- Stiftung wurde dabei 1900 durch Alfred Nobel gegründet, und wird seither jährlich in Stockholm von der dortigen schwedischen Akademie vergeben. Der Literaturnobelpreis ist bereits seit 2012 mit acht Millionen Schwedischen Kronen datiert, was etwa 818.000 Euro entspricht. Gründer Alfred Nobel hinterließ dafür ein Testament, welches den Statuen der Nobel-Stiftung zu Grunde liegt und besagt, dass mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet werden soll, wer das Vorzüglichste geschaffen hat, und zwar in idealistischer Richtung. Die Preisträger werden jedes Jahr in der ersten Oktoberhälfte bekannt gegeben. Die Preisübergabe erfolgt dann am 10. Dezember, zum Todestag von Alfred Nobel, durch den schwedischen König.

Frauen und der Literaturpreis

Für Frauen spielt der Literaturnobelpreis eine wichtige Rolle. Er wurde erstmals 1909 an die Schwedin Selma Lagerlöf vergeben. Bis 2016 wurden 13 weitere Frauen die Ehre zu Teil, mit diesem Preis für Schreiben ausgezeichnet zu werden. Das revolutionierte die bis dato  durch Männer bestimmte Domäne der Nobelpreisträger. Um zu betonen, dass auch Frauen gerade bei der Vergabe des Literaturnobelpreises eine wichtige Rolle spielen, veröffentlichte der offizielle Twitter Account der Nobelpreisstiftung am 13.10.2016 ein beeindruckendes Foto mit allen, insgesamt 14 Gewinnerinnen. In der Kategorie Literatur ist der Frauenanteil zudem höher als in anderen Kategorien. Grund ist nicht etwa der mangelnde Ehrgeiz. Vielmehr wird der Nobelpreis für Literatur für Lebensleistungen an die Preisträger vergeben. Oftmals liegt das Geleistete Jahrzehnte zurück, und fällt in einen Jahrgang, der zur damaligen Zeit eher durch Männer dominiert war. Aber die Zeiten ändern sich. Gerade beim Literaturnobelpreis setzen sich immer mehr Frauen durch.

Doris Lessing

Doris Lessing wurde 1919 im Iran geboren und erhielt den Nobelpreis für Literatur 2007. Als Hauptwerk gilt ihr bewegender Roman „Das goldene Notizbuch“. Zudem gilt sie als Frau mit Leidenschaft und Skepsis, als wahre Epikerin, deren Leidenschaft es war, die genaue Prüfung einer zu zersplittern drohenden Zivilisation vorzunehmen. Weitere bekannte Bücher waren „Die Terroristin“, „Das fünfte Kind“ und „Afrikanische Tragödie“. Doris Lessing war mit Gottfried Lessing verheiratet, und starb im November 2013 in London.

Herta Müller

Herta Müller war Preisträger für den Nobelpreis für Literatur im Jahre 2009. Herta Müller wurde 1953 in Deutschland geboren, wuchs allerdings in Rumänien auf. Ihre Romane handeln von Heimatlosigkeit. Der wohl bekannteste Roman „Atemschaukel“ bearbeitet zudem die nur schmerzhaft verarbeiteten Erfahrungen während der Ceausescu-Diktatur. Herta Müller spricht nicht nur Deutsch und Rumänisch, sondern beherrscht auch fließend Ungarisch. Weitere bekannte Werke sind “ Heute wär ich mir lieber nie begegnet“ und „Der Blick der kleinen Bahnstationen“.

Nadine Gordimer

Nadine Gordimer wurde 1923 in Südafrika geboren, und erhielt 1991 den Literaturnobelpreis. Sie ist die Tochter jüdischer Einwanderer, die aus England und Litauen stammen. Ihre größte Vision ist das friedliche Zusammenleben aller Menschen, insbesondere von Schwarzen und Weißen. Dabei gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben. In ihren Büchern greift sie nicht nur die Apartheid an, sondern stellt sich den oftmals komplizierten Verhältnissen der Gesellschaft und der Umwelt. Zu ihren Werken zählen „Burgers Daughter“ und „The Pickup“. Gordimer verstarb 2014 in Südafrika.

„Keine Zeit wie diese“ von Nadine Gordimer

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