Von den Besten lernen

Autoren brauchen Sprache. Und wer lernen will, wird sich Vorbilder suchen. Dabei geht es nicht um das Kopieren der anderen sondern darum, Impulse zu erhalten, die dann gemeinsam mit den persönlichen Erfahrungen eine neue, individuelle Mischung ergeben. Ich bin überzeugt, dass Kreativität immer dann erfolgreich wird, wenn neue Kombinationen entstehen. In zehn Tagen wird der Literaturnobelpreis übergeben. Zeit, sich mal mit den Preisträgern aus der Vergangenheit zu befassen. Ich habe Frauen gewählt, ganz einfach, weil ich eine Auswahl treffen musste und denke, Frauen werden viel zu selten erwähnt. Vielleicht ergibt sich in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren die Gelegenheit, eine der Autorinnen zu lesen. Die eigene Schreibe wird es danken!

Der Literaturnobelpreis zählt zu den fünf Nobelpreisen, die denen zugeteilt werden, die den größten Nutzen für die Menschheit geleistet haben. Die Nobel- Stiftung wurde dabei 1900 durch Alfred Nobel gegründet, und wird seither jährlich in Stockholm von der dortigen schwedischen Akademie vergeben. Der Literaturnobelpreis ist bereits seit 2012 mit acht Millionen Schwedischen Kronen datiert, was etwa 818.000 Euro entspricht. Gründer Alfred Nobel hinterließ dafür ein Testament, welches den Statuen der Nobel-Stiftung zu Grunde liegt und besagt, dass mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet werden soll, wer das Vorzüglichste geschaffen hat, und zwar in idealistischer Richtung. Die Preisträger werden jedes Jahr in der ersten Oktoberhälfte bekannt gegeben. Die Preisübergabe erfolgt dann am 10. Dezember, zum Todestag von Alfred Nobel, durch den schwedischen König.

Frauen und der Literaturpreis

Für Frauen spielt der Literaturnobelpreis eine wichtige Rolle. Er wurde erstmals 1909 an die Schwedin Selma Lagerlöf vergeben. Bis 2016 wurden 13 weitere Frauen die Ehre zu Teil, mit diesem Preis für Schreiben ausgezeichnet zu werden. Das revolutionierte die bis dato  durch Männer bestimmte Domäne der Nobelpreisträger. Um zu betonen, dass auch Frauen gerade bei der Vergabe des Literaturnobelpreises eine wichtige Rolle spielen, veröffentlichte der offizielle Twitter Account der Nobelpreisstiftung am 13.10.2016 ein beeindruckendes Foto mit allen, insgesamt 14 Gewinnerinnen. In der Kategorie Literatur ist der Frauenanteil zudem höher als in anderen Kategorien. Grund ist nicht etwa der mangelnde Ehrgeiz. Vielmehr wird der Nobelpreis für Literatur für Lebensleistungen an die Preisträger vergeben. Oftmals liegt das Geleistete Jahrzehnte zurück, und fällt in einen Jahrgang, der zur damaligen Zeit eher durch Männer dominiert war. Aber die Zeiten ändern sich. Gerade beim Literaturnobelpreis setzen sich immer mehr Frauen durch.

Doris Lessing

Doris Lessing wurde 1919 im Iran geboren und erhielt den Nobelpreis für Literatur 2007. Als Hauptwerk gilt ihr bewegender Roman „Das goldene Notizbuch“. Zudem gilt sie als Frau mit Leidenschaft und Skepsis, als wahre Epikerin, deren Leidenschaft es war, die genaue Prüfung einer zu zersplittern drohenden Zivilisation vorzunehmen. Weitere bekannte Bücher waren „Die Terroristin“, „Das fünfte Kind“ und „Afrikanische Tragödie“. Doris Lessing war mit Gottfried Lessing verheiratet, und starb im November 2013 in London.

Herta Müller

Herta Müller war Preisträger für den Nobelpreis für Literatur im Jahre 2009. Herta Müller wurde 1953 in Deutschland geboren, wuchs allerdings in Rumänien auf. Ihre Romane handeln von Heimatlosigkeit. Der wohl bekannteste Roman „Atemschaukel“ bearbeitet zudem die nur schmerzhaft verarbeiteten Erfahrungen während der Ceausescu-Diktatur. Herta Müller spricht nicht nur Deutsch und Rumänisch, sondern beherrscht auch fließend Ungarisch. Weitere bekannte Werke sind “ Heute wär ich mir lieber nie begegnet“ und „Der Blick der kleinen Bahnstationen“.

Nadine Gordimer

Nadine Gordimer wurde 1923 in Südafrika geboren, und erhielt 1991 den Literaturnobelpreis. Sie ist die Tochter jüdischer Einwanderer, die aus England und Litauen stammen. Ihre größte Vision ist das friedliche Zusammenleben aller Menschen, insbesondere von Schwarzen und Weißen. Dabei gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben. In ihren Büchern greift sie nicht nur die Apartheid an, sondern stellt sich den oftmals komplizierten Verhältnissen der Gesellschaft und der Umwelt. Zu ihren Werken zählen „Burgers Daughter“ und „The Pickup“. Gordimer verstarb 2014 in Südafrika.

„Keine Zeit wie diese“ von Nadine Gordimer

Mehr über Literatur, Sprache, Schreiben?

Viele Tipps, Termine, Ausschreibungen und Informationen aus der Autorenwelt gibt es im Autorenkalender 2017

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Leidenschaftliches Spiel ist exzellentes Lernen

Spielen ist eine Fähigkeit, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Spielen war für Kinder und es wurde kein großer Sinn darin gesehen. Forscher wissen aber inzwischen, das Kinder während des Spielens große Lernerfahrungen sammeln.

Spielen trainiert Kernkompetenzen
Es gibt zwei Arten von Spielen. Da sind die Spiele, die das Sozialverhalten trainieren, indem Raum für Rollenspiele angeboten wird. Playmobil, Puppen und auch das alte Kaspertheater gehören in dieses Segment der Spiele. Soziales Verhalten haben Kinder früher aber auch ganz ohne Angebot von außen trainiert. Einfach so, auf der grünen Wiese, wenn Kinder sich entschieden haben, Sachensucher oder Cowboy und Indianer zu spielen. Diese Art zu spielen fördert das Verständnis für den Kontakt zu sich selbst und zur Umgebung.

Auch Mühle und Dame sind up to date
Auch die klassische Spielesammlung enthält Spiele, die nicht nur das Denken fördern wie Dame oder Mühle sondern auch die Empathie schulen, Umgang mit Frustrationen trainieren und die Konzentration stärken.

Techniken lassen sich spielend erlernen
Eine andere Art zu spielen, ebenso wichtig, ist das Erwerben von Kompetenzen im Spiel. Metallbaukästen gehören ebenso dazu wie Experimentierkästen oder Mathespiele. Aber was hat das alles mit dem Schreiben zu tun?

Erwachsene sollten spielen, um zu lernen
Auch Erwachsene spielen. Sie spielen Rollenspiele, häufig auf den sexuellen Bereich bezogen aber auch in der Arbeitswelt. Ein tolles Buch über die Spiele der Erwachsenen erschien von Eric Berné, dem Begründer der Transaktionanalyse.

Spiele für Schreiber
Es gibt hervorragende Spiele, die sich für alle, die Schreiben, eignen. Wort- und Sprachspiele wie Scrabble und „Stadt, Land, Fluss“ sind sicher noch allen bekannt. Aber der Handel bietet noch weitere tolle Möglichkeiten, die Schreiber gut zu Weihnachten verschenken können, um ein bisschen Werbung für Sprache zu machen. Ich denke da an TEAMWORK von Adlung. Oder an das Spiel Concept. Beides sind Spiele, die Sprache und Wörter auf eine heitere Art zum Thema machen. Das Spiel Wort, Schrift, Buch aus der Anno Domini-Reihe von Abacus führt in die Geschichte des Schreibens, allerdings weniger als Quiz sondern als ein Spiel, bei dem Bluffen erlaubt ist. Und das für weniger als 15,00 Euro. Dieses Spiel ist das perfekte Mitbringsel. Menschen, die sich ernsthaft mit Wörtern und Sprache befassen wie Schreiber, Texter, Autoren, Schriftsteller, sollten das Spielen mit Sprache neu entdecken. Es lässt den starren Blickwinkel der Berufschreiberei aufweichen, vermittelt neue Fähigkeiten und verbindet mit anderen Menschen. Gerade der letzte Aspekt ist besonders wichtig, denn Schreiben kann ein einsamer Beruf sein.

Mein persönlicher Favorit ist TABU und zwar in der XXL-Version. Macht einfach Spaß, schult die Sprachkompetenz und produziert einen Lacher nach dem anderen. Wer es noch nicht hat, sollte es sich selbst schenken. Dieses Spiel gehört in jeden Haushalt, in dem Kommunikation und Humor groß geschrieben werden. Also bitte als Geschenk zu allen Freunden mitbringen, egal ob zu Weihnachten, zum Geburtstag oder einfach so – und loslegen.

Autorenkalender 2017

Er enthält alles, was einen Autor interessiert. Stilfragen, Schreibtipps, Autorentermine und Portraits über Schreibende bieten kurzweilige und spannende Begleitung durch das Jahr.

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Vom Ghostwriting und anderen Selbstschädigungen

Autoren wollen leben. Dazu gehört auf körperlicher Ebene auch Essen, Trinken, Wohnen. Ihre Kompetenz und ihre Ware ist das Wort, der Umgang mit der Sprache. Damit haben sie die höchste Kompetenz in dieser Gesellschaft. Es geht definitiv nicht ohne Wort. Das tollste Produkt muss über das Wort erklärt, beschrieben, vermarktet werden. Die größte Wissenschaft wird über Wörter vermittelt. Sprache ist ein Kulturgut, das wegen seiner Selbstverständlichkeit kaum noch geachtet wird.

Was können Autoren verkaufen? Wörter. Die Wörter sind ihr Eigentum, sie können damit tun und lassen, was sie wollen. Betrachten wir aber einmal eine andere Komponente. Fragen wir uns, wer die Käufer sind. Immer mehr greift es um sich, dass erfolgreiche Menschen sich Wörter kaufen. Sie verkaufen damit ihre Produkte und Dienstleistungen.

Nehmen wir allein das moderne Dropshipping. Waren werden hergestellt und in Online-Shops präsentiert und verkauft. Der Hersteller verpackt und liefert die Ware an den Kunden. Alles das geht nicht ohne Wörter. Denn die Online-Shops brauchen Texte. Kategorie-Texte, SEO-Texte, Produktbeschreibungen, Newsletter, Blogartikel und viele Texte mehr.
Der Texter, der vielleicht nicht bis zum Schriftsteller gekommen ist, weil er einfach keine Zeit und kein Geld für seine Entwicklung gefunden hat, liefert diese Texte.

Warum eigentlich? Er könnte diese Texte auch in seinen eigenen Shop oder seine eigene Website investieren. Was hält den Texter davon ab, sich zuerst selbst mit allen Gewinnen zu versorgen, die mit Wörtern gemacht werden können? Fehlt das Selbstwertgefühl? Würde eine Köchin hungern? Oder ein Schneider nackt herum laufen?

Ich finde diese Frage bedenkenswert. Wenn wir einen Ausflug in die Welt der Märchen machen, begegnen wir den Kaiser und seinen neuen Kleidern. Manchmal, wenn ich sehr, dass Menschen mit Wörtern Erfolg haben, die Ihnen nicht gehören, dann frage ich mich, ob wir als Schreibende nicht unsere Wörter besser schützen sollten. Wir kleiden nämlich Menschen, die nicht kommunizieren können. Und wir helfen Ihnen, Macht und Einfluss zu bekommen.

Jeder, der Wörter besitzt und sie verkaufen möchte oder muss, sollte wenigstens einmal am Tag, mindestens 300 Wörter nur für sich selbst schreiben. Das sollte er sich wert sein. Denn eine Köchin hungert nicht und ein Schneider ist nicht nackt. Aber es ist vielleicht gefährlich, eine Strömung zu unterstützen, bei der es eine Frage von wenigen Cents ist, ob sich ein Mensch mit fremden Federn schmücken darf oder nicht. Und wir wissen ja alle noch nicht, ob die Wörter nicht irgendwann einmal aufgebraucht sind. Dann bleibt dem Schreiber nichts.

Das ist mein Tipp für das Selbst-Management des Autors: Versorge dich zuerst selbst mit dem, was du kannst und hast. Jeder anderee würde es ebenso machen.

Und hier noch ein Tipp zum Lesen, zum Verschenken, zum Genießen:

Das Magazin HOHE LUFT befasst sich mit aktuellen und bewegenden Themen aus Gesellschaft & Kultur, Politik & Wirtschaft aus einem philosophischen Blickwinkel. Eine etwas andere Philosophie-Zeitschrift, die den Leser jedes Mal auf eine Denkreise einlädt.

HOHE LUFT [Jahresabo]

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Ist das schon Sülze oder kann man das noch lesen?

Diese Frage fiel mir ein, als ich einen Bummel über den Flohmarkt machte. Die vielen Bücherkisten mit den Pappschildern darauf, haben mich berührt.

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Ich hätte ein Buch retten können, oder zwei oder drei. Schließlich wurde nicht viel mehr von mir erwartet, als ein paar Münzen auf den Tisch zu legen und die Bücher nach Hause zu tragen. Das mach ich sonst auch immer, bitte denken Sie nicht schlecht über mich. Ich bin eine Bücherretterin, doch an diesem Abend war mein Herz einfach nicht zu rühren.

Bücher müssen nicht „nett“ sein

Es lagen Titel in den Kisten, bei denen nicht die geringste Lust zu lesen in mir entstand. Irgendwie klangen die Titel wie Schmusekissen oder wie Planierraupen. Plakative Titelgestaltungen, schmachtende Blicke und stahlharte Klingen sprechen mich einfach nicht an. Ein Blick auf die Rückseiten der Bücher erklärte mir alles. Bestseller, allesamt. Aha, so ist das also. Nicht etwa die meist gelesenen, die wichtigsten, die besten Bücher lagen hier. Also die, die die meisten Verkäufe erzielt hatten. Ein Blick in diese Kiste und alle wissen, was die Menschen vor etwa 20 Jahren kaufen wollten. Ob sie es gelesen haben? Hoffentlich nicht. Die Bücher, die den Ponyhof vorspielen, sind nicht unbedingt zum Lesen. Obwohl Ponyhof „nett“ ist. Aber eben „nett“.

Es war einmal….

….Literatur, die aufrüttelte und den Leser gefordert hat. Sehnsuchtsvoll erinnerte ich mich an Zeiten, in denen Bücher noch aufrüttelten, Literatur noch einen Bezug zur Realität hatte. Das gibt es natürlich auch heute noch. Denke ich an Roger Willemsen, der leider in diesem Jahr verstorben ist, Jonathan Frantzen oder Philipp Roth, bin ich schon wieder versöhnt. Auch Elfriede Jelinek und Juli Zeh helfen mir, den Bücherfrust zu überwinden.

Die Bewertungskriterien sind falsch….

…..Verkaufszahlen sagen nämlich bekanntermaßen gar nichts über den Wert eines Textes aus. Ach, ich sehne mich nach einer Most-Read-Liste statt einer Best-Seller-Liste. Es wäre schön, wenn Literatur und Sprache wieder die Position einnähmen, die ansonsten unbesetzt ist. Wenn Sie wieder mehr in den Dialog mit der Leserschaft gingen, nicht nur böten, was alle lesen wollten sondern auch das sagten, was niemand hören will. Wenn ein Schreiber nicht mehr Angst vor unqualifizierten „Rezensionen“ haben müsste. Das Schwert: „Ich habe es gekauft, ich darf es auch bewerten“, muss abgelöst oder zumindest ergänzt werden um „Ich habe es gelesen, verstanden und ich möchte mich äußern.“

Literatur bewegt die Gesellschaft…

…. wenn die Gesellschaft sich bewegen lassen will. Wir treten auf der Stelle. Am Anfang war das Wort. Wenn das Wort nur noch das zählt, was es gekostet oder erwirtschaftet hat, muss es heißen: Am Anfang war das Geld. Aber das stimmt nicht. Vielleicht ist Geld unser Ende, doch am Anfang standen Erkenntnis, Mensch-Sein, Lebenswille. Für den Anfang braucht es den ersten Schritt. Der kann nur in der Realität gesetzt werden. Oder wir laufen einem Luftschloss entgegen, werden Traumtänzer. Unsere Gesellschaft braucht Sprache, mehr denn je. Es geschieht so vieles. Die Realität ist spannend und braucht den Dialog. Wir haben Jobs an Schriftsteller zu vergeben. Doch leider wollen wir sie nicht bezahlen. Lieber 20 E-Book für jeweils 99 Cent konsumieren als ein Buch lesen. Schade.

Schreib mir, was ich lesen will, sonst kriegst du mein Geld nicht

so klingt es manchmal, wenn man Lesern zuhört. „Wer mit mir reden will, der darf nicht bloß seine eigene Meinung hören wollen„, sagte Wilhelm Raabe sehr treffend.Manchmal entsteht der Eindruck, dass der Leser genau weiß, was er lesen will. Er sucht nicht nach neuen Eindrücken, Impulsen oder gar nach einem Austausch. Und der Autor soll sich bloß nicht erdreisten, unbequem, realistisch oder deutlich zu werden. Wir brauchen eine Renaissence der Literatur. Vielleicht fangen wir damit an, uns wieder vor Augen zu halten, was Literatur leisten kann, wenn die Menschen sie wirken lassen. Einen kleinen Einblick bietet dieses Beitrag über eine Vertreterin der „Neuen Sachlichkeit“, Marieluise Fleißer.

Diese Überlegungen sollen übrigens keinen Autor und keine Autorin kritisieren oder abwerten. Alles ist gut, nur manchmal fehlt etwas. Wo ist er oder sie, die uns wieder mit Worten aufrütteln kann wie einst Marieluise Fleißer, Heinrich Böll, Günter Grass oder Heinrich Mann? Ich bin traurig, denn ich kann das nicht sein, mir fehlen die sprachlichen Talente. Doch wenn die betreffende Person sich meldet, werde ich sie lesen, versprochen. Aber wir alle können daran arbeiten, wichtige, bewegende Worte zu finden (nein, bewegende Worte sind für mich nicht die, die zu Tränen rühren, weil die Heldin ihren Prinzen sterbend in den Armen hält). Einfach mal ein paar Zeilen schreiben, die die Realität abbilden. Die Angst vor der Gewalt im Lande vielleicht. Oder den Schmerz um die fehlenden Bildungschancen für die Kinder? Es gibt Themen über Themen. Der Niedergang der Literatur als politisches Gewicht gehört dazu.

Buchtipps zum rund um das Thema Hirn statt Konsum:

Peter und Jacob Seewald:

Welt auf der Kippe: Zu viel, zu laut, zu hohl – macht Schluss mit dem Wahnsinn

Texter gesucht….

Texter gesucht….

Diese und andere Anzeigen sind inzwischen immer häufiger im Netz zu finden.

Woran liegt das? Die Welt wird digitalisiert, alle Waren können online gekauft werden, die reale Welt verändert sich. Texter gesucht…. zeigt, dass ein selbst Computer mit der feinsten Software die Sprache nicht ersetzen kann.

Computer können Sprache in Daten umwandeln, doch sie können keine Sprache machen.

Sprache ist mehr als nur Wörter und Sätze zu tippen. Sprache muss erreichen und berühren.

Ob ein Produkt gekauft wird oder nicht hängt stark von der Sprache ab.

Aus diesem Grund werden überall Hände ringend Texter gesucht.

Das kann das Selbstbewusstsein der Schreibenden erhöhen. Und es kann den Preis steigen lassen. Inzwischen kann jeder einen Online-Shop eröffnen. Doch nur wenige Online-Händler können ihre Produkte vernünftig und auch noch SEO-tauglich betexten. Da werden schnell mal 1000 Produktbeschreibungen fällig.

Texter gesucht heißt aber nicht Tipse gesucht.

Immer wieder gibt es Angebote mit einem Honorar von 1 Cent pro Wort oder weniger. Da hat jemand einen Shop und der hat die Macht, denn er vergibt die Aufträge. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass der Shop die Einführungsphase gar nicht überleben wird, wenn er keine guten Texte hat. Ein Autor, der für 1 Cent pro Wort texten muss, verhungert. Ein schneller Autor schreibt 5000 Wörter pro Tag. Der Durchschnitt leigt aber eher bei 3000 Wörtern. Nehmen wir die Mitte von 4000 Wörtern. Das ist dann schon eine hauptamtliche Tätigkeit. Bei einem Cent pro Wort verdient dieser Autor 40,00 € pro Tag mit seinen Texten. Zusätzlich hat er einen Zeitaufwand für Recherchearbeiten. Wenn er acht Stunden schreibt und zusätzlich noch eine Stunde recherchiert, kommt er bei neun Arbeitsstunen pro Tag und 21 Arbeitstagen im Monat auf etwa  840,00 € monatlichen Verdienst. Das entspricht einem Stundenlohn von 4,44€ brutto. Prima, etwas mehr als der halbe Mindestlohn. Abzüglich der Sozialversicherungen und Lebenshaltungskosten müsste er nach dem SGB etwa auf einen Verdienst von -300,00 € pro Monat kommen. Da kann er sich im Laufe seines Autorendaseins einen tollen Schuldenberg aufbauen.

Und das für einen der wenigen Berufe, die nicht in nächster Zukunft durch Robotik ersetzt werden können? 4,44 € pro Stunde ist die Arbeit wert, die maßgeblich dazu beiträgt, dass die Globalisierung und der Kontakt zwischen Mensch und Maschine und zwischen Kunde und Händler überhaupt realisiert werden kann? Das ist schamhaft. Hinzu kommen noch Briefings im Befehlston, Zahlungsverzögerungen und etliche weitere Frechheiten. Da schreiben Auftraggeber Mails ohne Anrede, drücken den Preis, wenn sie einen Tippfehler finden und führen sich auf wie Gott in Frankreich? Wir Autoren müssen uns das nicht bieten lassen, es muss schließlich auch nicht jeder Seppl mit einem Online-Shop auf den Markt. Wir Autoren haben es mit in der Hand, ob diejenigen, die nur mal eben schnelles Geld verdienen wollen, das auf unserem Rücken austragen können oder nicht. „Webshop gratis“, „Millionär in 30 Tagen“ usw. Alles ist möglich, aber ohne Sprache geht nichts. Wenn Texte nichts wert sind, brauchen wir unsere Zeit auch nicht mit Schreiben zu verschwenden. Aber zum Glück gibt es Auftrageber, die unsere Arbeit zu schätzen wissen und für die zu arbeiten macht Spaß.

Es geht nämlich auch anders. Seriöse Agenturen und vertrauenswürdige Händler zahlen einen höheren Centpreis. Es gibt auch Anbieter, die vollkommen innovative Vergütungsmodelle für Autoren bieten. Es lohnt sich, nicht jeden Auftrag gleich anzunehmen. Wenn ein Händler merkt, dass er ohne Texte einfach kein Ranking erhält, wird er schon das zahlen, was der Texter wert ist. Da hilft manchmal einfach, die Sache auszusitzen. In der Zwischenzeit kann der Texter Nachhilfe geben, Taxi fahren oder sonstige Nebentätigkeiten machen, da verdient er wenigstens genug.

Texter gesucht? Klar, ganz dringend und deshalb sollte jeder Auftraggeber seine Texter auch gut behandeln. Texter können nämlich was, was kaum noch einer kann.

Hier gibt es eine sehr interessante Informationen, der Auftraggeber hat eine neue Form der Bezahlung für seine Texter entwickelt. Bitte einfach kostenlos die Infos anfordern. Auch hier werden noch Texter gesucht.

Und es gibt ebenfalls ein Bewertungsformular für Texter und Auftraggeber. Schließlich ist es ein Unding, dass Texter Referenzen abgeben müssen, Auftraggeber aber nicht, oder?

Also, einfach Infos per Mail anfordern und sich dann selbst ein Bild machen.

Liebe Texter, wir arbeiten doch nicht für jeden, oder?

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Drei Möglichkeiten, seine Schreibe zu verbessern

Wer kennt nicht den guten alten RatSCHLAG für Menschen, die schreiben wollen: „Jeden Tag eine Seite, dann wird das schon.“ Wenn aber Tag um Tag vergeht, ohne dass eine Seite geschrieben wurde, sinkt die Motivation des Schreibers ebenso schnell wie die Selbstzweifel wachsen. Schreibtraining ist mehr als gute Absichten. Die regelmäßig und die Herausforderungen sollten in einem guten Verhältnis stehen. Außerdem braucht ein Training einen Trainer, der Feedback geben kann.

Schreibtraining dringend gesucht

Wenn Autoren mehr Übung haben, werden sie in Ihrer Schreibe immer stärker und sicherer. Und damit steigen die Honorare. Ein gutes Schreibtraining ist eine Investition, die sich sowohl ideell als auch materiell auszahlt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sein Schreibtraining in Eigenregie zu gestalten. Wem aber die Ideen schnell ausgehen oder wer sich regelmäßig Feedback, Lektorat und Tipps zur Vermarktung wünscht, sollte einen Coach/ Trainer suchen, der individuelle Betreuung anbietet.

Selbsthilfe im Schreibtraining

Es gibt drei Möglichkeiten, seine regelmäßigen Schreibübungen selbst zu finden.

  1. Schreibwettbewerbe sind gut geeignet, sich selbst eine Deadline zu setzen und gleichzeitig eine Herausforderung zu haben. Ich habe eine ansprechende Ausschreibung für einen Wettbewerb im Netz gefunden, bei dem es um nicht geht als um Freude am Schreiben und um Veganismus. Hier ist der Link zum Wettbewerb. Klick und gutes Gelingen. Es ist zwar kein Gewinn ausgeschrieben, aber das ist hier sicher zweitrangig und wird das Schreibtraining nicht beeinträchtigen.
  2. Anthologien/ Gemeinschaftsprojekte sind ebenfalls als Schreibtraining gut geeignet.  Die Themen sind vorgegeben und die Deadlines zwingen den Autor, sich mit dem Text ernsthaft zu befassen. Anthologien sind außerdem noch relevant für die Tantiemen von der VG-Wort. Auch Anthologien werden hier in die Vergütung einbezogen. Das Projekt Sternenblick ist einer von zahlreichen Herausgebern von Anthologien und lädt immer wieder dazu ein, sich zu beteiligen. Hier gibt es weitere Informationen. Für den, der Übungen für sein Schreibtraining sucht, liegen bei Sternenblick viele Herausforderungen bereit.
  3. Im Web gibt es zahlreiche Texterdatenbanken, die kleine Aufträge vergeben. Leider wird hier meist nicht mehr als ein kleiner Betrag pro Wort gezahlt. Diese Aufträge eigenen sich zwar nicht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, bieten aber ein gutes Schreibtraining. Die Aufgaben sind sehr differenziert, so dass die Ansprüche sich regelmäßig verändern. Der Vorteil dieser Tätigkeit liegt eindeutig darin, dass sich das Schreibtraining mit Deadlines verbindet. Denn wir Autoren wissen:              Ein Text, der zu spät kommt, ist kein guter Text. Eine dieser Datenbanken ist content.de                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Übung macht den Meister   

Autoren müssen Üben wie ein Sportler trainieren muss. Wer einen Coach findet, hat Glück. Ein Trainer ist für das Schreibtraining sicher der beste Begleiter. Im Idealfall coachst er auch die Autorenvermarktung. Aber mit oder ohne Unterstützung ruht der Erfolg eines Autors auf zwei Säulen:

Gute Texte und gutes Marketing. 

Gibt es nur eine der beiden Säulen, wird ein Leben als professioneller Autor entweder gar nicht gelingen oder aber sehr anstrengend sein. Wer mehr Informationen zum Schreibtraining oder Autorencoaching wünscht, nimmt über das unten stehende Formular Kontakt auf, ich freue mich auf einen regen Austausch.